Die Lausitzer Tagebaue

Zur Lausitz Energie Bergbau AG gehören unsere vier Lausitzer Tagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg sowie Nochten und Reichwalde in Sachsen. In den genehmigten Abbaufeldern liegen derzeit rund 825 Millionen Tonnen Braunkohle. Den 2015 planmäßig beendeten Tagebau Cottbus-Nord wandeln wir derzeit in einen See um, den künftigen Cottbuser Ostsee.

Die Lausitzer Tagebaue versorgen unsere nahe gelegenen Braunkohlenkraftwerke: Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg sowie den Veredlungsbetrieb Schwarze Pumpe. Den Transport der Braunkohle übernimmt unser unternehmenseigener Zentraler Eisenbahnbetrieb. Unser Schienennetz umfasst eine Gesamtlänge von rund 400 Kilometern.

 

Tagebau Produktionszahlen 2017 
Jänschwalde Flyer     7,4 Mio. Tonnen
Welzow-Süd  Flyer 22,1 Mio. Tonnen
Nochten         Flyer 18,5 Mio. Tonnen
Reichwalde    Flyer  13,2 Mio. Tonnen

Wie funktioniert ein Tagebau?

Die Lagerstätten der Braunkohle im Lausitzer Revier entstanden vor rund 17 Millionen Jahren in lokal unterschiedlicher Ausprägung. Charakteristisch ist die horizontale Ausrichtung der so genannten Braunkohlenflöze. Wir gewinnen vorrangig das 2. Lausitzer Flöz im Tagebaubetrieb in etwa 60 bis 120 Metern Tiefe. Schaufelrad- und Eimerkettenbagger fördern die Rohbraunkohle, Bandanlagen bringen sie aus der Tagebaugrube heraus.

Den Grubenbetrieb überspannt die Abraumförderbrücke. Dieser Gerätekomplex trägt  den Abraum über der Kohle – Sande, Kiese und Tone – ab und transportiert ihn auf dem kürzesten Weg direkt über die Grube hinweg. Dort, wo die Kohle bereits abgebaut ist, wirft die Abraumförderbrücke das Erdreich ab. Die Tagebaukippe entsteht.

Abraumförderbrücken vom Typ F60 können in einem Arbeitsgang bis zu 60 Meter mächtige Bodenschichten abtragen. Mit einer Gesamtlänge von 500 bis 600 Metern und mittleren Fahrgeschwindigkeiten von neun Metern pro Minute gehören sie zu den größten mobilen Technikanlagen der Welt.

Vorschnittbagger arbeiten der Abraumförderbrücke voraus und gewinnen die oberen Bodenschichten. Das Bodenmaterial wird mithilfe von Bandanlagen einmal um den Tagebau herum transportiert. Auf der Kippenseite als oberste Schicht aufgetragen, bildet es die Grundlage für die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft.

Wasserwirtschaft

Als Voraussetzung für einen sicheren Tagebaubetrieb muss das Grundwasser bis unter das Braunkohlenflöz abgesenkt werden. Wir entwässern aber nur in dem Maße, wie es die geotechnische Sicherheit verlangt. Die rund 3.000 Filterbrunnen an den Tagebauen fördern jedes Jahr etwa 400 Millionen Kubikmeter Grundwasser an die Oberfläche. Rund 70 Prozent speisen wir wieder in den lokalen und regionalen Wasserhaushalt ein. Den Rest nutzen wir vor allem als Kühl- und Prozesswasser in unseren Kraftwerken. So wird eine zusätzliche Wasserentnahme aus Flüssen vermieden.

Wir betreiben sieben Grubenwasserbehandlungsanlagen. Hier wird das abgepumpte Grundwasser aufbereitet. Dabei entfernen wir vor allem Eisen und verschieben den pH-Wert in den neutralen Bereich.

Die Absenkung des Grundwassers zur Gewinnung der Braunkohle zieht auch niedrigere Grundwasserstände in angrenzenden Gebieten nach sich, den so genannten Absenkungstrichter. An vier Lausitzer Tagebauen haben wir bereits unterirdische Dichtwände errichtet, um die Grundwasserabsenkung auf den Tagebauraum zu begrenzen, ohne benachbarte Gebiete zu entwässern.

Umwelt & Nachbarschaft

Wenn im Tagebau Großgeräte arbeiten, Transportbänder laufen oder Züge rollen, entsteht Lärm. Auch das Aufwirbeln von Staub ist gerade bei trockener Witterung nicht immer vermeidbar. Mit einem Paket aus technischen und organisatorischen Maßnahmen bemühen wir uns daher, Beeinträchtigungen für die Nachbargemeinden der Tagebaue zu vermeiden bzw. auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dabei unterstützen uns Spezialisten, die das tagebaubedingte Lärm- und Staubaufkommen überwachen. 

Gegen die Ausbreitung von Staub setzen wir beispielsweise auf Sprühgalerien und Hochdrucknebelsysteme sowie Schutzpflanzungen am Tagebaurand und die Zwischenbegrünung von Kippenflächen. Durch Lärmschutzdämme, technische Maßnahmen an den Geräten und den Ersatz akustischer durch optische Signale während der Nachtschicht reduzieren wir die Geräuschkulisse. Alle Maßnahmen gegen Lärm und Staub unterliegen einer ständigen Kontrolle der zuständigen Genehmigungsbehörden.

Rekultivierung

Als Bergbauunternehmen sind wir verpflichtet, die Eingriffe in die Natur auf das unvermeidbare Maß zu beschränken. Die Folgen dieser Eingriffe müssen wir schnell, wirksam und nachhaltig ausgleichen. Bereits parallel zur Braunkohlengewinnung beginnen wir daher mit der Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen. Damit die Bergbaufolgelandschaft auch bei abgeschlossenem Grundwasserwiederanstieg standsicher ist, werden die Kippen auf der Grundlage genauer Planungen und gutachterlicher Bewertungen angelegt. Erforderlichenfalls wird das Erdreich zusätzlich verdichtet.

Das Ziel der anschließenden Rekultivierung ist eine vielseitige Landschaft, die regional typisch an das Umfeld anschließt, nachhaltig nutzbar und ökologisch wertvoll ist. Keine einzige Tonne Braunkohle wird gefördert, ohne dass feststeht, wie wir den bergbaulichen Eingriff in die bestehende Kulturlandschaft wieder ausgleichen. Auf unseren ehemaligen Betriebsflächen entstehen Wald- und Agrarlandschaften als zukünftige Wirtschaftsgrundlage, naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie Wasserflächen.

Umsiedlung – Rückblick und Neuanfang

Um eine Braunkohlenlagerstätte zu gewinnen, kann eine Umsiedlung von Ortschaften unvermeidlich sein. Für die Betroffenen ist das ein klarer Einschnitt. Bei Umsiedlungen im Lausitzer Revier legen wir deshalb hohe Maßstäbe an, um die Interessen der von Umsiedlung betroffenen Bürger und Gemeinden angemessen zu berücksichtigen.

Mehr über Umsiedlung erfahren