Die Lausitzer Tagebaue

Zur Lausitz Energie Bergbau AG gehören unsere vier Lausitzer Tagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg sowie Nochten und Reichwalde in Sachsen. In den genehmigten Abbaufeldern liegen derzeit rund 900 Millionen Tonnen Braunkohle. Den 2015 planmäßig beendeten Tagebau Cottbus-Nord wandeln wir derzeit in einen See um, den künftigen Cottbuser Ostsee.

Die Lausitzer Tagebaue versorgen unsere nahe gelegenen Braunkohlenkraftwerke: Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg sowie den Veredlungsbetrieb Schwarze Pumpe. Den Transport der Braunkohle übernimmt unser unternehmenseigener Zentraler Eisenbahnbetrieb. Unser Schienennetz umfasst eine Gesamtlänge von rund 360 Kilometern.

 

Tagebau Produktionszahlen 2015
Jänschwalde   Flyer 11,9 Mio. Tonnen
Cottbus-Nord   Flyer 2,4 Mio. Tonnen
Welzow-Süd   Flyer 18,2 Mio. Tonnen
Nochten   Flyer 17,8 Mio. Tonnen
Reichwalde 12,2 Mio. Tonnen

Wie funktioniert ein Tagebau?

Wir fördern die Lausitzer Braunkohle im Tagebaubetrieb in etwa 60 bis 120 Metern Tiefe. Hier lagert der Rohstoff zwischen lockeren, mit Grundwasser durchflossenen Sand- und Kiesschichten. Abgebaut wird der zweite von insgesamt vier Lausitzer Flözkomplexen. Ein Flöz ist eine horizontal abgelagerte Rohstoffschicht mit einer bestimmten Höhe (Mächtigkeit) und einer im Verhältnis dazu großen Länge und Breite. Das 2. Lausitzer Flöz lässt sich aufgrund seiner Tiefe und Ausprägung wirtschaftlich gewinnen.

Schaufelrad- und Eimerkettenbagger holen die Braunkohle aus dem Boden. Mithilfe von Bandanlagen bringen wir sie aus der Tagebaugrube heraus. Den Grubenbetrieb überspannt die Abraumförderbrücke. Dieser Gerätekomplex trägt mithilfe leistungsstarker Eimerkettenbagger das Erdreich über der Kohle ab. Dieser so genannte Abraum wird auf einer bis zu 600 Meter langen Bandbrücke auf dem kürzesten Weg direkt über die Grube hinweg transportiert. 

Dort, wo die Kohle bereits abgebaut ist, wirft die Abraumförderbrücke das Erdreich ab. So verfüllen wir die Kohlegrube wieder. Die Tagebaukippe entsteht.

Abraumförderbrücken vom Typ F60 können in einem Arbeitsgang bis zu 60 Meter mächtige Bodenschichten abtragen. Mit einem Gewicht von etwa 27.000 Tonnen, einer Gesamtlänge von mehr als 600 Metern und einer mittleren Fahrgeschwindigkeit von neun Metern pro Minute sind sie die größten mobilen Technikanlagen der Welt.

Die oberen Bodenschichten gewinnen wir im so genannten Vorschnitt. Hier arbeiten Eimerketten- oder Schaufelradbagger der Abraumförderbrücke voraus. Das Erdreich wird mithilfe von Bandanlagen einmal um den Tagebau herum auf die Kippenseite transportiert. Hier wird es wieder als oberste Schicht auf die Tagebaukippe aufgetragen. So gestalten wir das Relief der Bergbaufolgelandschaft.

Wasserwirtschaft

Als Voraussetzung für einen sicheren Tagebaubetrieb muss das Grundwasser bis unter das Braunkohleflöz abgesenkt werden. Wir entwässern aber nur in dem Maße, wie es die geotechnische Sicherheit verlangt. Die rund 3.000 Filterbrunnen an den Tagebauen fördern jedes Jahr etwa 400 Millionen Kubikmeter Grundwasser an die Oberfläche. Rund 70 Prozent speisen wir wieder in den lokalen und regionalen Wasserhaushalt ein. Den Rest nutzen wir vor allem als Kühl- und Prozesswasser in unseren Kraftwerken. So wird eine zusätzliche Wasserentnahme aus Flüssen vermieden.

Wir betreiben sechs Grubenwasserbehandlungsanlagen. Hier wird das abgepumpte Grundwasser aufbereitet. Dabei entfernen wir vor allem Eisen und verschieben den pH-Wert in den neutralen Bereich.

Die Absenkung des Grundwassers zur Gewinnung der Braunkohle zieht auch niedrigere Grundwasserstände in angrenzenden Gebieten nach sich, den so genannten Absenkungstrichter. An vier Lausitzer Tagebauen haben wir bereits unterirdische Dichtwände errichtet, um die Grundwasserabsenkung auf den Tagebauraum zu begrenzen, ohne benachbarte Gebiete zu entwässern.

Broschüre Dichtwand (PDF)

Umwelt & Nachbarschaft

Braunkohlenabbau nimmt vorübergehend Land in Anspruch. Im Tagebaubetrieb kommt es zu Erschütterungen, Staub, Geräuschen und anderen Beeinflussungen. So ist das Aufwirbeln von Staub gerade bei trockener und windiger Witterung nicht immer vermeidbar. Wenn Großgeräte arbeiten, Transportbänder laufen oder Züge rollen entsteht auch Lärm. Mit einem Paket aus technischen und organisatorischen Maßnahmen bemühen wir uns, Beeinträchtigungen für die Nachbargemeinden der Tagebaue zu vermeiden bzw. auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Gegen die Ausbreitung von Staub setzen wir beispielsweise auf Sprühgalerien und Hochdrucknebelsysteme sowie Schutzpflanzungen am Tagebaurand und die Zwischenbegrünung von Kippenflächen im Tagebau selbst. Durch Lärmschutzdämme, technische Maßnahmen an den Geräten und den Ersatz akustischer durch optische Signale während der Nachtschicht reduzieren wir die Geräuschkulisse. Alle Maßnahmen gegen Lärm und Staub unterliegen einer ständigen Kontrolle der zuständigen Genehmigungsbehörden.

Rekultivierung

Als Bergbauunternehmen sind wir verpflichtet, die Eingriffe in die Natur auf das unvermeidbare Maß zu beschränken. Die Folgen dieser Eingriffe müssen wir schnell, wirksam und nachhaltig ausgleichen. Bereits parallel zur Braunkohlengewinnung beginnen wir daher mit der Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen. Damit die Bergbaufolgelandschaft auch bei abgeschlossenem Grundwasserwiederanstieg standsicher ist, werden die Kippen auf der Grundlage genauer Planungen und gutachterlicher Bewertungen angelegt. Erforderlichenfalls wird das Erdreich zusätzlich verdichtet.

Das Ziel der anschließenden Rekultivierung ist eine vielseitige Landschaft, die regional typisch an das Umfeld anschließt, nachhaltig nutzbar und ökologisch wertvoll ist. Keine einzige Tonne Braunkohle wird gefördert, ohne dass feststeht, wie wir den bergbaulichen Eingriff in die bestehende Kulturlandschaft wieder ausgleichen. Auf unseren ehemaligen Betriebsflächen entstehen Wald- und Agrarlandschaften als zukünftige Wirtschaftsgrundlage, naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie Wasserflächen.

Rekultivierung "Neuland" (PDF)

Umsiedlung – Rückblick und Neuanfang

Um eine Braunkohlenlagerstätte zu gewinnen, kann eine Umsiedlung von Ortschaften unvermeidlich sein. Für die Betroffenen ist das ein klarer Einschnitt. Bei Umsiedlungen im Lausitzer Revier legen wir deshalb hohe Maßstäbe an, um die Interessen der von Umsiedlung betroffenen Bürger und Gemeinden angemessen zu berücksichtigen.

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