Geschäftsfeld Bergbau

Die Tagebaue der Lausitz Energie Bergbau AG fördern jedes Jahr rund 60 Millionen Tonnen Braunkohle. Das ist gut ein Drittel der Gesamtfördermenge in Deutschland.

Die Lausitzer Tagebaue

Zur Lausitz Energie Bergbau AG gehören unsere vier Lausitzer Tagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg sowie Nochten und Reichwalde in Sachsen. Den 2015 planmäßig beendeten Tagebau Cottbus-Nord wandeln wir derzeit in einen See um, den künftigen Cottbuser Ostsee.

Die Lausitzer Tagebaue versorgen unsere nahe gelegenen Braunkohlekraftwerke: Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg sowie den Veredlungsbetrieb Schwarze Pumpe. Den Transport der Braunkohle übernimmt unser unternehmenseigener Zentraler Eisenbahnbetrieb.

Tagebau Produktionszahlen 2018   
Jänschwalde 9,1 Mio. Tonnen Flyer
Welzow-Süd 22,8 Mio. Tonnen Flyer
Nochten 16,3 Mio. Tonnen Flyer
Reichwalde 13,5 Mio. Tonnen Flyer
Fast jede vierte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde Strom basiert auf dem Einsatz heimischer Braunkohle.

Wie funktioniert ein Tagebau?

Braunkohle wird in Deutschland nur im offenen Tagebau gewonnen.
Der Prozess kann in vier Abschnitte aufgeteilt werden:

Abbau vorbereiten

Mit dem Freiräumen des zukünftigen Abbaufeldes und der Grundwasserabsenkung beginnen die Arbeiten in einem Tagebaubetrieb. Wälder müssen gerodet, Straßen, Eisenbahnlinien oder sogar Flüsse verlegt werden. Mitunter kann es auch notwendig sein Ortschaften umzusiedeln.

Wasserwirtschaft

Als Voraussetzung für einen sicheren Tagebaubetrieb muss das Grundwasser bis unter das Braunkohlenflöz abgesenkt werden. Wir entwässern aber nur in dem Maße, wie es die geotechnische Sicherheit verlangt. Die rund 3.000 Filterbrunnen an den Tagebauen fördern jedes Jahr etwa 370 Millionen Kubikmeter Grundwasser an die Oberfläche. Rund 70 Prozent speisen wir wieder in den lokalen und regionalen Wasserhaushalt ein. Den Rest nutzen wir vor allem in unseren Kraftwerken zur Dampferzeugung und als Kühlwasser. So wird eine zusätzliche Wasserentnahme aus Flüssen vermieden.

Wir betreiben sieben Grubenwasserbehandlungsanlagen. Hier wird das abgepumpte Grundwasser aufbereitet. Dabei entfernen wir vor allem Eisen und verschieben den pH-Wert in den neutralen Bereich.

Die Absenkung des Grundwassers zur Gewinnung der Braunkohle zieht auch niedrigere Grundwasserstände in angrenzenden Gebieten nach sich, den so genannten Absenkungstrichter. An vier Lausitzer Tagebauen haben wir bereits unterirdische Dichtwände errichtet, um die Grundwasserabsenkung auf den Tagebauraum zu begrenzen, ohne benachbarte Gebiete zu entwässern.

Umsiedlung – Rückblick und Neuanfang

Um eine Braunkohlenlagerstätte zu gewinnen, kann eine Umsiedlung von Ortschaften unvermeidlich sein. Für die Betroffenen ist das ein klarer Einschnitt. Bei Umsiedlungen im Lausitzer Revier legen wir deshalb hohe Maßstäbe an, um die Interessen der von Umsiedlung betroffenen Bürger und Gemeinden angemessen zu berücksichtigen.

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Abraum fördern

Als Abraum werden die mächtigen Schichten aus Sand, Kies und Ton bezeichnet, die die Braunkohle überdecken. Mancherorts liegt das Flöz bis zu 120 Meter tief. Abraumförderbrücken tragen das Deckgebirge ab und legen das Flöz frei. Vorschnittbagger arbeiten der Abraumförderbrücke voraus.

Den Grubenbetrieb überspannt die Abraumförderbrücke. Dieser Gerätekomplex trägt den Abraum über der Kohle – Sande, Kiese und Tone – ab und transportiert ihn auf dem kürzesten Weg direkt über die Grube hinweg. Dort, wo die Kohle bereits abgebaut ist, wirft die Abraumförderbrücke das Erdreich ab. Die Tagebaukippe entsteht.

Abraumförderbrücken vom Typ F 60 können in einem Arbeitsgang etwa 60 Meter mächtige Bodenschichten abtragen, transportieren und verkippen. Mit einer Gesamtlänge von 500 bis 670 Metern und mittleren Fahrgeschwindigkeiten von neun Metern pro Minute gehören sie zu den größten mobilen Technikanlagen der Welt. 

Vorschnittbagger arbeiten der Abraumförderbrücke voraus und gewinnen die oberen Bodenschichten. Das Bodenmaterial wird mithilfe von Bandanlagen einmal um den Tagebau herum transportiert. Auf der Kippenseite als oberste Schicht aufgetragen, bildet es die Grundlage für die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft.

Abraumförderbrücken vom Typ F 60 gehören zu den größten mobilen Technikanlagen der Welt und sind in den Lausitzer Tagebauen deutschlandweit einzigartig.

Braunkohle gewinnen

In der Grube unter der Abraumförderbrücke gewinnen Eimerketten- und Schaufelradbagger die Rohbraunkohle. Kilometerlange Förderbänder transportieren den Rohstoff an die Oberfläche. Per Bandanlage oder mit Zügen gelangt die Kohle zu den Abnehmern.

Die Lagerstätten der Braunkohle im Lausitzer Revier entstanden vor rund 17 Millionen Jahren in lokal unterschiedlicher Ausprägung. Charakteristisch ist die horizontale Ausrichtung der so genannten Braunkohlenflöze. Wir gewinnen vorrangig das 2. Lausitzer Flöz im Tagebaubetrieb in etwa 60 bis 120 Metern Tiefe. 

Bis zu 15 Meter mächtig - so hoch wie ein fünfstöckiges Gebäude - kann diese Schicht Braunkohle sein. Anders sieht es beim 1. Lausitzer Flöz aus. Es wird im Tagebau Nochten zwischen den Prozesslinien des Vorschnitts und der F 60 abgebaut. Es ist im Durchschnitt etwa drei Meter mächtig. Schaufelrad- und Eimerkettenbagger fördern die Rohbraunkohle, Bandanlagen bringen sie aus der Tagebaugrube heraus. Abraum, der beispielsweise als Zwischenschicht im Braunkohlenflöz anfällt, wird separat gefördert und auf die Vorkippe der F 60 transportiert.

Jedes Jahr werden im Lausitzer Revier rund 60 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert.

Umwelt & Nachbarschaft

Wenn im Tagebau Großgeräte arbeiten, Transportbänder laufen oder Züge rollen, entsteht Lärm. Auch das Aufwirbeln von Staub ist gerade bei trockener Witterung nicht immer vermeidbar. Mit einem Paket aus technischen und organisatorischen Maßnahmen bemühen wir uns daher, Beeinträchtigungen für die Nachbargemeinden der Tagebaue zu vermeiden bzw. auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dabei unterstützen uns Spezialisten, die das tagebaubedingte Lärm- und Staubaufkommen überwachen. 

Gegen die Ausbreitung von Staub setzen wir beispielsweise auf Sprühgalerien und Hochdrucknebelsysteme sowie Schutzpflanzungen am Tagebaurand und die Zwischenbegrünung von Kippenflächen. Durch Lärmschutzdämme, technische Maßnahmen an den Geräten und den Ersatz akustischer durch optische Signale während der Nachtschicht reduzieren wir die Geräuschkulisse. Alle Maßnahmen gegen Lärm und Staub unterliegen einer ständigen Kontrolle der zuständigen Genehmigungsbehörden.

Weiterverarbeitung

Unsere Tagebaue sind die Hauptversorger der LEAG Kraftwerke in Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe. In unserem Veredlungsbetrieb, der ebenfalls in Schwarze Pumpe ansässig ist, verarbeiten wir außerdem ausgewählte Rohbraunkohle zu modernen Brennstoffen.

Unsere Kraftwerke erzeugen jedes Jahr rund 55 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Landschaft gestalten

Parallel zum Braunkohlenabbau erfolgt die Rekultivierung der in Anspruch genommenen Flächen. Das Gelände wird aufgeschüttet und ausgeformt. Das Grundwasser steigt wieder an. Hier entstehen neue nutzbare Kulturlandschaften – sowohl für die Forst- und Landwirtschaft als auch für Naturschutz, Freizeit und Erholung.

Als Bergbauunternehmen sind wir verpflichtet, die Eingriffe in die Natur auf das unvermeidbare Maß zu beschränken. Die Folgen dieser Eingriffe müssen wir schnell, wirksam und nachhaltig ausgleichen. Während die Braunkohlengewinnung in Abbaurichtung voranschreitet, beginnen wir im rückwärtigen Bereich des Tagebaus bereits mit der Rekultivierung ehemaliger Abbauflächen. Damit die Bergbaufolgelandschaft auch bei abgeschlossenem Grundwasserwiederanstieg standsicher ist, werden die Kippen auf der Grundlage genauer Planungen und gutachterlicher Bewertungen angelegt. Erforderlichenfalls wird das Erdreich zusätzlich verdichtet.

Das Ziel der anschließenden Rekultivierung ist eine vielseitige Landschaft, die regional typisch an das Umfeld anschließt, nachhaltig nutzbar und ökologisch wertvoll ist. Keine einzige Tonne Braunkohle wird gefördert, ohne dass feststeht, wie wir den bergbaulichen Eingriff in die bestehende Kulturlandschaft wieder ausgleichen. Auf unseren ehemaligen Betriebsflächen entstehen Wald- und Agrarlandschaften als zukünftige Wirtschaftsgrundlage, naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie Wasserflächen.