Kraftwerk

Lippendorf

Das Kraftwerk Lippendorf ist ein Gemeinschaftskraftwerk der LEAG und des süddeutschen Energieversorgers EnBW. Beiden gehört jeweils ein Kraftwerksblock der modernen Doppelblockanlage. Für den Betrieb des Kraftwerks ist die LEAG zuständig.

Moderner Standort mit Tradition

Das Kraftwerk Lippendorf besteht aus zwei Kraftwerksblöcken (R und S) mit jeweils 920 Megawatt (MW) installierter Leistung. Der Block S ging im Juni 1999 ans Netz, unser Block R folgte ein halbes Jahr später. Mit etwa 2,3 Milliarden Euro war der Neubau des Kraftwerks eines der ersten und größten privatwirtschaftlichen Investitionsvorhaben nach 1990 im Freistaat Sachsen.

Der Standort Lippendorf liegt etwa 15 Kilometer südlich von Leipzig. 1926 fiel hier der Startschuss für die großtechnische Braunkohlenverstromung, als der erste Turbogenerator des damaligen Industriekraftwerks Böhlen mit dem Netz gekoppelt wurde. Im Umfeld haben sich seither zahlreiche Zulieferer, Instandhaltungs- und Serviceunternehmen angesiedelt.

Zahlen und Fakten

1.840 MW

Installierte Leistung

330 MWth

Fernwärmeleistung

5,6 TWh

Stromerzeugung Block R 2016

Kraftwerk Lippendorf

Strom und Wärme

In Lippendorf verstromen wir Rohbraunkohle aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain der MIBRAG. Sie gelangt über eine 14 Kilometer lange Bandanlage zum Kraftwerk. Bei Volllast benötigt das Kraftwerk etwa 34.000 Tonnen Braunkohle täglich. Bei der Stromerzeugung erreichen wir einen Nettowirkungsgrad von 42 Prozent. 

Neben Strom liefert das Kraftwerk Lippendorf Wärme für die Städte Leipzig und Böhlen sowie die Gemeinde Neukieritzsch. Den Fernwärmebedarf für die Stadt Leipzig mit aktuell 572.000 Einwohnern hat das Kraftwerk in den letzten Jahren beispielsweise zu etwa 60 Prozent gedeckt. Im Industriegebiet Böhlen-Lippendorf bezieht das Unternehmen DOW Wasser über das Pumpwerk des Kraftwerks. Die Firma SINIAT nutzt den Gips, der bei der Reinigung der Rauchgase als Nebenprodukt entsteht.

Seit 25 Jahren sind die Kraftwerker aktiv in der Bürgerkontaktgruppe des Industriestandorts Böhlen-Lippendorf. Dort stellen wir uns den Fragen und Anliegen der Bevölkerung. Dies würdigte die Jury des Responsible-Care-Preises 2016 "als beispielhaft und vorbildlich gelebte nachhaltige Bürgerbeteiligung". 

Flexibel und zuverlässig

Lippendorf ist ein flexibles Grundlastkraftwerk. Es kann rund um die Uhr zuverlässig zur Energieversorgung beitragen. Dabei müssen sich unsere Kraftwerke zunehmend auf die tageszeit- und wetterbedingten Schwankungen bei der erneuerbaren Stromerzeugung einstellen. Flexibilität hat in Zeiten des Ausbaus von Sonnen- und Windenergie stark an Bedeutung gewonnen.

In den vergangenen Jahren haben wir verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um das Kraftwerk Lippendorf zu flexibilisieren. Die Anfahrzeiten, die zum Hochfahren eines Kraftwerksblockes benötigt werden, wurden verkürzt, und die Mindestlast der Blöcke abgesenkt. Heutzutage kann der Standort auf etwa 25 Prozent seiner installierten Leistung heruntergefahren werden und zeitgleich immer noch die Fernwärmeversorgung gewährleisten.

Ausbildung in Lippendorf

Das Kraftwerk hat eine eigene Ausbildungsstätte, in der rund 100 junge Leute einen Beruf erlernen. Ausgebildet wird ausschließlich in technischen Berufen – nicht nur für LEAG, sondern auch für den Netzbetreiber 50Hertz und Firmen der Region. Zur Zeit sind dies Elektroniker/-in für Betriebstechnik und Mechatroniker/-in sowie Studenten der Kooperativen Ingenieurausbildung (KIA) von der Hochschule Zittau/Görlitz.

Für ihr überdurchschnittliches Engagement in der Berufsorientierung sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung verlieh die Industrie- und Handelskammer (IHK) Leipzig der Ausbildungsstätte im Jahr 2015 den Bildungspreis "edward".

Besucher gern gesehen

Die Kraftwerker pflegen gute Kontakte zu den Unternehmen in ihrer Nachbarschaft. So beteiligen wir uns beispielsweise gemeinsam an der Route des offenen Werktors während der Tage der Industriekultur Leipzig.

Zudem kann das Kraftwerk Lippendorf von Montag bis Samstag nach Voranmeldung besichtigt werden. Die Besucher des Kraftwerks interessieren sich dabei vor allem für die technischen und physikalischen Vorgänge und das Thema Umweltschutz sowie für die Entwicklung der Stromerzeugung am Standort von 1926 bis heute.

Besonders beliebt ist auch der Blick vom über 163 Meter hohen Kesselhausdach in das Leipziger Neuseenland. Hier können die Gäste sehen, wie aus einer von Landwirtschaft und Bergbau geprägten Region eine wasserreiche Erholungslandschaft für den Ballungsraum Halle/Leipzig entstanden ist.

Sollten Sie Interesse an einer Besichtigung haben, können Sie für Ihre Terminanfrage unser Kontaktformular nutzen. Da dies ein allgemeines Formular ist, geben Sie bitte den Standort an, die Sie besuchen wollen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Besichtigungen nur nach vorheriger und frühzeitiger Terminvereinbarung durchführen können und die Kapazitäten begrenzt sind.

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