Die Braunkohlen­kraftwerke

Die Lausitz Energie Kraftwerke AG betreibt die Lausitzer Braunkohlekraftwerke Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg. Zudem sind wir Betreiber des Braunkohlekraftwerks Lippendorf bei Leipzig und Eigentümer eines der beiden Blöcke. Die Versorgung mit dem Brennstoff Braunkohle gewährleisten die nahe gelegenen Tagebaue. Die Stromproduktion unserer Kraftwerke reicht rein rechnerisch aus, um mehr als 14 Millionen Haushalte verlässlich zu versorgen.

Neben Strom erzeugen wir auch Fernwärme. Mit etwa drei Milliarden Kilowattstunden im Jahr werden tausende Haushalte, Unternehmen und kommunale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Ämter beliefert. Die Versorgung erfolgt standortnah beispielsweise in Leipzig und den Lausitz-Städten Cottbus, Spremberg, Weißwasser und Hoyerswerda. Als drittes Produkt neben Strom und Wärme wird Prozessdampf für Industriekunden bereitgestellt.

Kraftwerk Installierte Leistung Stromerzeugung 2019  
Jänschwalde 3.000 Megawatt 15,4 Mrd. kWh

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Schwarze Pumpe 1.600 Megawatt 9,8 Mrd. kWh

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Boxberg 2.575 Megawatt 17,4 Mrd. kWh

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Lippendorf (Block R) 920 Megawatt 6,8 Mrd. kWh

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Wie funktioniert ein Braunkohlenkraftwerk?

Auf dem Kraftwerksgelände lagern wir die Braunkohle zunächst in Kohlebunkern zwischen. Von dort aus gelangt sie über Förderbänder in das Kraftwerksinnere. Sie wird zerkleinert, getrocknet und zu Staub zermahlen. Dann wird sie in den Feuerraum des Kessels eingeblasen. Hier verbrennt die Kohle und erhitzt dabei Wasser in einem Rohrleitungssystem zu großen Mengen Dampf.

Der unter hohem Druck stehende, heiße Dampf wird über die Schaufelräder der Turbine geleitet und versetzt die Turbinenwelle in eine Drehbewegung. Dabei wird zwischen Hoch-, Mittel und Niederdruckstufe unterschieden. Diese Baugruppen sind so angelegt, dass sie die abnehmende Energie des Dampfes auf dem Weg durch die Turbine optimal ausnutzen können.

Am anderen Ende der Turbinenwelle wandelt ein Generator die Energie der Drehbewegung in elektrische Energie um. Das funktioniert ähnlich wie bei dem Dynamo eines Fahrrads. Nach der Transformation auf 380 Kilovolt wird die Elektroenergie über Freileitungen in Umspannwerke geleitet und von dort aus in das Höchstspannungsnetz eingespeist. Der Dampf wird zu Kondensat abgekühlt und über Zwischenstufen wieder zur Dampferzeugung im Kessel eingesetzt.

Grafik eines Kraftwerks im Querschnitt
Kraftwerkskessel
bis zu 1.000 °C
Turbine und Generator
50 Umdrehungen pro Sekunde
Netzfrequenz des Stromnetzes
Kombination mehrerer Reinigungsschritte zur Reduktion von Emissionen
Transformator
380 Kilovolt Höchstspannung
Abtransport des Stroms

Braunkohle in der Energiewende

Die deutsche Energieversorgung durchläuft einen fundamentalen Umbruch von konventioneller Erzeugung hin zur Nutzung erneuerbarer Quellen – die Energiewende. Bis 2022 soll der Ausstieg aus der Kernenergienutzung abgeschlossen sein. Das letzte Kohlekraftwerk soll spätestens Ende 2038 vom Netz gehen. Bis dahin bleiben unsere Braunkohlekraftwerke ein stabilisierender Faktor für die deutsche Energieversorgung. Zum einen sind sie rund um die Uhr zuverlässig verfügbar. Zum anderen sind sie hoch flexibel und unterstützen die Systemintegration von Sonnen- und Windenergie.

Die in das Stromnetz eingespeiste Energiemenge muss zu jedem Zeitpunkt der aus dem Netz entnommenen Energiemenge entsprechen. Dieser Grundsatz ist entscheidend, damit der Strom verlässlich fließt. Strom aus erneuerbaren Quellen hat im Netz Vorfahrt. Die Produktion der Braunkohlekraftwerke wird an den Strombedarf der Verbraucher und die gerade verfügbare Stromerzeugung aus Erneuerbaren angepasst.

Trifft viel Wind- und Sonnenstrom auf einen geringen Bedarf, kann unser Kraftwerkspark seine Produktion bis auf 25 Prozent der installierten Leistung drosseln. Lassen Wind bzw. Sonnenschein nach, ist eine schnelle Leistungserhöhung unserer Anlagen möglich. Wie weit wir die Leistung unserer Kraftwerke drosseln können, ist abhängig von äußeren Gegebenheiten wie Temperatur und Fernwärmebedarf. Auch Systemdienstleistungen, die wir für den Stromnetzbetreiber erbringen, müssen gesichert sein.

Die aus erneuerbaren Energien erzeugte Strommenge wächst auch weiterhin. Derzeit fehlen aber noch die dafür ausgelegten Transportkapazitäten der Stromnetze. Zudem müssen großtechnisch anwendbare und wirtschaftliche Stromspeicher entwickelt werden. Deshalb engagieren wir uns auch in diesem Technologiebereich. Am Kraftwerk Schwarze Pumpe errichten und betreiben wir einen Batteriespeicher, der in dieser Größe und Konstellation bislang einzigartig in Europa ist – die BigBattery Lausitz.

LEAG Kraftwerk Schwarze Pumpe

Kohlendioxid-Emissionen der Braunkohlekraftwerke

Bei jedem Verbrennungsprozess entsteht Kohlendioxid (CO2). CO2 trägt in der Atmosphäre der Erde zum natürlichen Treibhauseffekt bei. Um eine Verstärkung dieses Treibhauseffekts und damit eine Klimaerwärmung zu begrenzen, sollen vom Menschen verursachte CO2-Emissionen weltweit drastisch gesenkt werden. Für jede durch unsere Kraftwerke emittierte Tonne CO2 sind wir gemäß europäischer und nationaler Vorgaben verpflichtet, eine CO2-Emissionsberechtigung zu beschaffen. Durch das europäische Emissionshandelssystem wird die Emission von Treibhausgasen in den beteiligten Sektoren wirksam begrenzt.

Die LEAG einschließlich ihrer Vorgängerunternehmen hat ihre CO2-Emissionen seit 1990 um etwa 46 Prozent reduziert. Damit haben wir das Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, für unseren Kraftwerkspark bereits seit geraumer Zeit übertroffen. Diese Reduktion war neben Milliardeninvestitionen in effiziente Technik auch mit der Stilllegung zahlreicher ostdeutscher Kraftwerke und Industriebetriebe nach der Wende verbunden.

Reduktion weiterer Emissionen

Bei der Verbrennung von Braunkohle wie auch anderer fossiler Rohstoffe entsteht Rauchgas. Es wird in unseren Kraftwerken gereinigt und zusammen mit Wasserdampf über die Kühltürme abgegeben. Für den Kraftwerksbetrieb gelten strenge Emissionsgrenzwerte. Sie werden als Konzentration in Milligramm pro Kubikmeter Rauchgas angegeben. Die Emissionsgrenzwerte sind mit den Genehmigungen gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) verbindlich vorgeschrieben. Wir sind verpflichtet, die Einhaltung kontinuierlich zu überwachen und den zuständigen Umweltbehörden darüber Bericht zu erstatten.

Die Kombination einer Vielzahl technischer Maßnahmen sorgt dafür, dass die Emissionen der Kraftwerke in den letzten Jahrzehnten signifikant reduziert wurden. Hierzu zählen stickoxidarme Verbrennung, Rauchgasentstaubung und Rauchgasentschwefelung.