Geschäftsfeld Kraftwerke

Energieträger wie Kohle, Gas und andere Brennstoffe bleiben auf absehbare Zeit wichtige Bestandteile einer zuverlässigen Versorgung. Ob Strom, Fernwärme oder Prozessdampf – unsere Braunkohlekraftwerke liefern flexibel und bedarfsgerecht entlang des gesetzlich vorgegebenen Ausstiegspfads für diese Form der Energiegewinnung. Gleichzeitig erweitern wir unser Portfolio. Neben Investitionen in Erneuerbare Energien, Speicher und Wasserstoff errichten und betreiben wir netzdienliche Gaskraftwerke sowie Anlagen zur energetischen Verwertung von Ersatzbrennstoffen, die die Energiewende flankieren.

Der Kraftwerkspark der LEAG

Die LEAG betreibt bei Leipzig und im Lausitzer Revier Braunkohlekraftwerke mit einer installierten Leistung von rund 8.000 Megawatt, davon 1.000 Megawatt in Sicherheitsbereitschaft. Die Kraftwerksstandorte befinden sich in Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Boxberg und Lippendorf. Weiter im Norden bei Berlin stehen die beiden Gasturbinenkraftwerke Thyrow und Ahrensfelde, die zur Kapazitätsreserve Deutschlands gehören. Bei Ulm errichten wir im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers Amprion das Gaskraftwerk Leipheim, das ebenfalls ausschließlich der Netzstabilität und somit der unterbrechungsfreien Stromversorgung dienen wird. 

Neben fossilen Brennstoffen setzten wir in unseren Kraftwerken auf die energetische Verwertung nicht sortier- bzw. recycelbarer Abfälle. Gemeinsam mit dem Umweltdienstleister Veolia planen wir eine thermische Behandlungsanlage für Ersatzbrennstoffe (EBS) am Standort Jänschwalde, die Strom, Wärme und Prozesdampf auskoppeln kann. Am Kraftwerk Boxberg investieren wir in eine technische Erweiterung zur Mitverbrennung von Sekundärbrennstoffen. Beide Projekte tragen zur sicheren Entsorgung im Sinne der Kreislaufwirtschaft und zu einer CO2-reduzierten Energiebereitstellung bei.

Strom aus Braunkohle

Versorgungssicherheit mal vier

Unsere Braunkohlen­kraftwerke

Die Brennstoffversorgung unserer vier Braunkohlekraftwerke gewährleisten die nahe gelegenen Tagebaue Jänschwalde, Welzow-Süd, Nochten, und Reichwalde. Die Stromproduktion der Kraftwerke reicht rein rechnerisch aus, um rund 12 Millionen Haushalte durchgängig und verlässlich zu versorgen. In effizienter Kraft-Wärme-Kopplung stellen sie zudem rund drei Milliarden Kilowattstunden Fernwärme im Jahr bereit. Die Wärmelieferung erfolgt standortnah beispielsweise nach Leipzig und in die Lausitz-Städte Cottbus, Spremberg, Weißwasser und Hoyerswerda. Als drittes Produkt neben Strom und Wärme beziehen Industriekunden Prozessdampf. Die Stromproduktion der Braunkohlekraftwerke wird an den Bedarf der Stromverbraucher und die gerade verfügbare Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien angepasst (Redispatch). So tragen sie flexibel zum stabilen Stromnetzbetrieb bei und erbringen darüber hinaus Systemdienstleistungen wie Regelenergie und Blindleistung für die Netzbetreiber.

Bis Ende 2038 soll die Verstromung von Kohle in Deutschland per Gesetz auslaufen. Nach den Stilllegungen von Kraftwerken in der Wendezeit und umfangreichen Modernisierungen der letzten 30 Jahre ist dieser beschleunigte Ausstieg der finale Beitrag des Industriezweigs zur Erreichung der deutschen Klimaziele. Der Ausstiegspfad sieht vor, dass 2025 beginnend zunächst die 500-MW-Blöcke der LEAG schrittweise vom Netz genommen werden. Dies betrifft zunächst zwei Blöcke in Jänschwalde, die Ende 2025 und Ende 2027 in eine zeitlich gestreckte Stilllegung überführt werden. Ende 2028 wird das Kraftwerk Jänschwalde komplett stillgelegt. Zum Jahresende 2029 folgen die beiden 500-MW-Blöcke in Boxberg. Das Kraftwerk Lippendorf ist 2035 zur Stilllegung vorgesehen, Schwarze Pumpe und die verbliebenen Boxberger Blöcke Ende 2038. 

Kraftwerk Installierte Leistung Stromerzeugung 2020  
Jänschwalde 3.000 Megawatt 11,9 Mrd. kWh

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Schwarze Pumpe 1.600 Megawatt 9,5 Mrd. kWh

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Boxberg 2.575 Megawatt 14,3 Mrd. kWh

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Lippendorf (Block R) 920 Megawatt 5,3 Mrd. kWh

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Unsere Gaskraftwerke

Die deutsche Energieversorgung befindet sich in der Transformation von noch mehrheitlich konventioneller Erzeugung hin zur fast ausschließlichen Nutzung erneuerbarer Quellen. In Folge des Atom- und Kohleausstiegs nehmen gesicherte, wetterunabhängige Kraftwerkskapazitäten schrittweise ab, während der Strombedarf durch Digitalisierung, Elektromobilität und Power-to-X Technologien (Sektorenkopplung) ansteigt. Gaskraftwerke werden übergangsweise zu wichtigen Stützpfeilern der Versorgungssicherheit und der Stromnetze in der Energiewende. Als steuerbare und hochflexible Anlagen kann ihre Produktion jederzeit an den Strombedarf der Verbraucher und die gerade verfügbare Stromerzeugung aus Erneuerbaren angepasst werden.

Für die Stromnetzbetreiber übernehmen unsere Gaskraftwerke verschiedene Funktionen zur Gewährleistung des stabilen Netzbetriebs und einer unterbrechungsfreien Stromversorgung. Mit unseren Gaskraftwerken Thyrow und Ahrensfelde haben wir bereits Erfahrungen im Betrieb netzdienlicher Anlagen gesammelt. Mit der Errichtung des Gaskraftwerks Leipheim als besonderes netztechnisches Betriebsmittel (bnBm) in Süddeutschland gehen wir diesen Weg weiter. Perspektivisch sehen wir in Gaskraftwerken auch eine Basis für integrierte Technologieprojekte, beispielsweise mit dem schrittweisen Brennstoffwechsel hin zu grünem Wasserstoff und der Kombination mit Erneuerbaren Energien, Elektrolyse und Speichertechnologien.

Die energetische Verwertung

Die Braunkohlekraftwerke der LEAG tragen seit Beginn der 2000er Jahre durch die nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigte Mitverbrennung zur umwelt- und ressourcenschonenden Entsorgung bei. Durch den Kohleausstieg in Deutschland läuft allerdings auch die Mitverbrennung von Abfällen in den Braunkohlekraftwerken der Lausitz schrittweise aus. Um dies Kapazitätslücke zeitlich aufzufangen, bereiten wir zwei Projekte vor:

Am Kraftwerk Boxberg investieren wir in neue technische Anlagen zur thermischen Verwertung von Sekundärbrennstoffen (SBS). Die modernen Kraftwerksblöcke Q und R sollen voraussichtlich ab 2023 maximal 300.000 Tonnen SBS im Jahr verwerten. SBS ist ein aufwendig aufbereiteter, heizwertreicher Brennstoff und wird zusammen mit der Braunkohle in der Brennkammer des Dampferzeugers vollständig verbrannt. Er wird von Entsorgungsunternehmen aus nicht-gefährlichen, nicht-recycelbaren kommunalen und gewerblichen Siedlungsabfällen hergestellt. Mit dem Einsatz der thermischen Verwertung von SBS können an beiden Blöcken erhebliche Mengen CO2 aus fossilen Quellen eingespart werden. Gleichzeitig gewährleistet die technische Erweiterung des bestehenden Kraftwerks die Entsorgungssicherheit im regionalen Umfeld.

Weitere Informationen in unserer Pressemeldung.

Ein weiteres Projekt zur energetischen Verwertung von aus ungefährlichen Abfällen aufbereiteten Ersatzbrennstoffen (EBS) ist die Energie- und Verwertungsanlage (EVA) Jänschwalde. Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde, das derzeit rund 400.0000 Tonnen Sekundärbrennstoff im Jahr thermisch verwertet, wird von Ende 2025 bis Ende 2028 schrittweise vom Netz genommen und stillgelegt. Die EVA Jänschwalde trägt dazu bei, notwendige thermische Verwertungskapazitäten langfristig zu sichern. Zugleich ist die neue Anlagengeneration auf steigende Anforderungen an Technik und Umweltschutz bei der Abfallverwertung vorbereitet. Den Standort stärkt sie durch die Energieauskopplung und 50 neue Arbeitsplätze. Die EVA Jänschwalde planen wir gemeinsam mit dem Umweltdienstleister Veolia.

Weitere Infos unter www.eva-lausitz.de.