Geschäftsfeld Kraftwerke

Die Braunkohlenkraftwerke

Zur Lausitz Energie Kraftwerke AG gehören die Lausitzer Braunkohlenkraftwerke Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg. Sie werden ausschließlich mit Braunkohle aus unseren nahe gelegenen Tagebauen beliefert. Zudem sind wir Betreiber des Kraftwerks Lippendorf bei Leipzig und Eigentümer eines der beiden Kraftwerksblöcke. Die jährliche Stromproduktion unserer Kraftwerke reicht rein rechnerisch aus, um rund 15,9 Millionen Haushalte verlässlich zu versorgen.

Neben Strom erzeugen wir auch Fernwärme. Mit etwa drei Milliarden Kilowattstunden im Jahr werden tausende Haushalte und kommunale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Ämter beliefert. Die Versorgung erfolgt standortnah beispielsweise in Leipzig und den Lausitz-Städten Cottbus, Spremberg, Weißwasser und Hoyerswerda. Als drittes Produkt neben Strom und Wärme wird Prozessdampf für Industriekunden bereitgestellt.

Kraftwerk Installierte Leistung Stromerzeugung 2015
Jänschwalde   Flyer 3.000 Megawatt 20,2 Mrd. kWh
Schwarze Pumpe   Flyer 1.600 Megawatt 11,5 Mrd. kWh
Boxberg   Flyer 2.575 Megawatt 18,5 Mrd. kWh
Lippendorf (Block R)   Flyer 920 Megawatt 5,4 Mrd. kWh

Wie funktioniert ein Braunkohlenkraftwerk?

Auf dem Kraftwerksgelände lagern wir die Braunkohle zunächst in Kohlebunkern zwischen. Von dort aus gelangt sie über Förderbänder in das Kraftwerksinnere. Sie wird zerkleinert, getrocknet und zu Staub zermahlen. Dann wird sie in den Feuerraum des Kessels eingeblasen. Hier verbrennt die Kohle und erhitzt dabei Wasser in einem Rohrleitungssystem zu großen Mengen Dampf.

Der unter hohem Druck stehende, heiße Dampf wird über die einzelnen Schaufelräder der Turbine geleitet und versetzt die Turbinenwelle in eine Drehbewegung. Dabei wird zwischen Hoch-, Mittel und Niedrigdruckstufe unterschieden. Diese Baugruppen sind so angelegt, dass sie die abnehmende Energie des Dampfes auf dem Weg durch die Turbine optimal ausnutzen können.

Am anderen Ende der Turbinenwelle wandelt ein Generator die Energie der Drehbewegung in elektrische Energie um. Das funktioniert ähnlich wie bei dem Dynamo eines Fahrrads. Nach der Transformation auf die 380-kV-Hochspannungsebene wird die Elektroenergie über Freileitungen in Umspannwerke geleitet und von dort aus in das Höchstspannungsnetz eingespeist.

Kraftwerkskessel
bis zu 1.000 °C
Turbine und Generator
50 Umdrehungen pro Sekunde
Netzfrequenz des Stromnetzes
Kombination mehrerer Reinigungsschritte zur Reduktion von Emissionen
Transformator
380 Kilovolt Hochspannung
Abtransport des Stroms

Braunkohle in der Energiewende

Die deutsche Energieversorgung durchläuft einen fundamentalen Wandel: Der weitere Ausbau der Erneuerbaren und das Ende der Kernenergienutzung bis 2022 sind zwei Hauptziele der Energiewende. Unsere Braunkohlenkraftwerke wirken in diesen Prozess stabilisierend. Zum einen bieten sie eine zuverlässige Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Zum anderen sind sie flexibel und in der Lage, die eigene Produktion an die gerade verfügbare regenerative Stromerzeugung anzupassen, die im Verteilnetz Vorfahrt hat.

Bei hoher erneuerbarer Netzeinspeisung drosseln unsere Kraftwerksblöcke ihre Leistung auf 20 bis 40 Prozent der vorhandenen Kapazität. Fällt die erneuerbare Produktion wieder ab, sichert dieser Betrieb "im Standgas", dass eine schnelle Leistungserhöhung unserer Anlagen möglich ist.

Die aus erneuerbaren Energien erzeugte Strommenge wächst auch weiterhin. Derzeit fehlen aber die dafür ausgelegten Transportkapazitäten der Stromnetze.  Zudem müssen großtechnisch anwendbare und wirtschaftliche Stromspeicher entwickelt werden. Ohne sie ist durch die schwankende Erzeugung der Erneuerbaren keine sichere Energieversorgung rund um die Uhr möglich. 

Daher werden konventionelle Kraftwerke auch in Zukunft für eine sichere Stromversorgung gebraucht. Nur mit der heimischen Braunkohle bleibt die deutsche Stromerzeugung zudem weitgehend importunabhängig und preisstabil. 

Flexibel und unverzichtbar (PDF)

CO2-Emissionen der Braunkohlenkraftwerke

Werden fossile Rohstoffe verbrannt, entsteht CO2. Es trägt in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Da sein erhöhter Ausstoß für die globale Erwärmung mitverantwortlich gemacht wird, sollen die Emissionen weltweit drastisch sinken. Unser Kraftwerkspark hat seit 1990 seine CO2-Emission um etwa 45 Prozent reduziert. Damit haben wir das Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bereits seit geraumer Zeit übertroffen. Diese Reduktion war neben Milliardeninvestitionen in effiziente Technik auch mit der Stilllegung zahlreicher Kraftwerke und Industriebetriebe nach der Wende verbunden.

Die Braunkohlenverstromung bewegt sich ebenso im Zielkorridor der europäischen Klimapolitik. Alle Kraftwerke unterliegen dem europäischen Handel mit Emissionszertifikaten. Durch den Zertifikatehandel wird die Menge CO2 wirksam begrenzt, die in den beteiligten Sektoren (thermische Kraftwerke und Teile der Industrie) verursacht werden darf.

Emissionsreduktion des Kraftwerksparks

Bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht Rauchgas, das mit moderner Minderungstechnik gereinigt und zusammen mit dem prozessbedingten Wasserdampf über den Kühlturm abgeleitet wird. Die Kraftwerksemissionen konnten wir in den letzten beiden Jahrzehnten signifikant reduzieren. 

Alle unsere Kraftwerke unterschreiten in jedem Betriebszustand die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte. Kontinuierlich aufzeichnende Messgeräte erfassen signifikante Emissionen der Kraftwerke. Die zuständigen Umweltbehörden überwachen die Messwerte online.

Beispiele zur Emissionssenkung in Prozent

(2015, Bezugsjahr 1990)

Schwefeldioxid (SO2) -96,5 %

Stickoxide (NOx) -60,4 %

Staub -99,2 %

Die Angaben beziehen sich auf die Nettoarbeit einschließlich Äquivalent für die erzeugte Wärme.