Unsere Braunkohlekraftwerke

Prozesse und Emmissionen

Wie funktioniert ein Braunkohlekraftwerk? Und was macht die LEAG in Punkto Emmissionen? 

Wie funktioniert ein Braunkohlekraftwerk?

Auf dem Kraftwerksgelände lagern wir die Braunkohle zunächst in Kohlebunkern zwischen. Von dort aus gelangt sie über Förderbänder in das Kraftwerksinnere. Sie wird zerkleinert, getrocknet und zu Staub zermahlen. Dann wird sie in den Feuerraum des Kessels eingeblasen. Hier verbrennt die Kohle und erhitzt dabei Wasser in einem Rohrleitungssystem zu großen Mengen Dampf.

Der unter hohem Druck stehende, heiße Dampf wird über die Schaufelräder der Turbine geleitet und versetzt die Turbinenwelle in eine Drehbewegung. Dabei wird zwischen Hoch-, Mittel und Niederdruckstufe unterschieden. Diese Baugruppen sind so angelegt, dass sie die abnehmende Energie des Dampfes auf dem Weg durch die Turbine optimal ausnutzen können. Über Anzapfstellen werden Teilmengen des Dampfes aus der Turbine entnommen. Der ausgekoppelte Dampf dient weiteren thermodynamischen Prozessen im Kraftwerk und wird als Fernwärme bzw. Prozessdampf für das Umfeld bereitgestellt.

Am anderen Ende der Turbinenwelle wandelt ein Generator die Energie der Drehbewegung in elektrische Energie um. Das funktioniert ähnlich wie bei dem Dynamo eines Fahrrads. Nach der Transformation auf 380 Kilovolt wird die Elektroenergie über Freileitungen in Umspannwerke geleitet und von dort aus in das Höchstspannungsnetz eingespeist. Der Dampf wird zu Kondensat abgekühlt und über Zwischenstufen wieder zur Dampferzeugung im Kessel eingesetzt. Die gleichzeitige Bereitstellung von Strom und nutzbarer Wärme wird als Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet und macht den Kraftwerksprozess insgesamt effizienter.

Grafik eines Kraftwerks im Querschnitt
Kraftwerkskessel
bis zu 1.000 °C
Turbine und Generator
50 Umdrehungen pro Sekunde
Netzfrequenz des Stromnetzes
Kombination mehrerer Reinigungsschritte zur Reduktion von Emissionen
Transformator
380 Kilovolt Höchstspannung
Abtransport des Stroms

Die Emmissionen unserer Braunkohlekraftwerke

Bei jedem Verbrennungsprozess entsteht Kohlendioxid (CO2). CO2 trägt in der Atmosphäre der Erde zum natürlichen Treibhauseffekt bei. Um eine Verstärkung dieses Treibhauseffekts und damit eine Klimaerwärmung zu begrenzen, sollen vom Menschen verursachte CO2-Emissionen weltweit drastisch gesenkt werden. Für jede durch unsere Kraftwerke emittierte Tonne CO2 sind wir gemäß europäischer und nationaler Vorgaben verpflichtet, eine CO2-Emissionsberechtigung zu beschaffen. Durch das europäische Emissionshandelssystem wird die Emission von Treibhausgasen in den beteiligten Sektoren wirksam begrenzt.

Die LEAG einschließlich ihrer Vorgängerunternehmen hat ihre CO2-Emissionen seit 1990 um mehr als die Hälfte reduziert. Damit haben wir das Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, für unseren Kraftwerkspark bereits seit geraumer Zeit übertroffen. Diese Reduktion war neben Milliardeninvestitionen in effiziente Technik auch mit der Stilllegung zahlreicher ostdeutscher Kraftwerke und Industriebetriebe nach der Wende verbunden.

Bei der Verbrennung von Braunkohle wie auch anderer fossiler Rohstoffe entsteht Rauchgas. Es wird in unseren Kraftwerken gereinigt und zusammen mit Wasserdampf über die Kühltürme abgegeben. Für den Kraftwerksbetrieb gelten strenge Emissionsgrenzwerte. Sie werden als Konzentration in Milligramm pro Kubikmeter Rauchgas angegeben.

Die Emissionsgrenzwerte sind mit den Genehmigungen gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) verbindlich vorgeschrieben. Durch den europaweiten sogenannten BREF-Prozess wurden die Anforderungen erst jüngst an den Stand der besten verfügbaren Technik zur Vermeidung und Minderung von Umweltauswirkungen angepasst. Wir sind verpflichtet, die die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte kontinuierlich zu überwachen und den zuständigen Umweltbehörden darüber Bericht zu erstatten.

Die Kombination einer Vielzahl technischer Maßnahmen sorgt dafür, dass die Emissionen der Kraftwerke in den letzten Jahrzehnten signifikant reduziert wurden. Hierzu zählen stickoxidarme Verbrennung, Rauchgasentstaubung und Rauchgasentschwefelung.