Tagebau

Reichwalde

Der Tagebau Reichwalde ist der jüngste Tagebau der LEAG. Zusammen mit dem Tagebau Nochten ist er Hauptversorger des Kraftwerks Boxberg. 

Bergbau in Reichwalde

Der Tagebau Reichwalde liegt im Freistaat Sachsen, südöstlich von Weißwasser. Aufgeschlossen im Jahr 1985, lieferte er zwei Jahre später erstmals Braunkohle. 1999 wurde der Betrieb vorübergehend eingestellt. Knapp zehn Jahre später stieg der Kohlebedarf wieder an, insbesondere durch den Neubau eines Kraftwerksblocks am Standort Boxberg. 

Nach umfangreichen Modernisierungen nahm Reichwalde 2010 die Kohleförderung wieder auf. Gewonnen wird das 2. Lausitzer Flöz. Es ist zwischen neun und elf Metern mächtig und liegt bis zu 85 Meter tief im Boden. Die Braunkohle wird vorrangig zum Kraftwerk Boxberg geliefert, kommt aber auch in Schwarze Pumpe und Jänschwalde zum Einsatz.

Zahlen und Fakten

1987

Beginn der Kohleförderung

13,5 Mio. t

geförderte Braunkohle (in 2018)

304 ha

rekultivierte Fläche (bis 12/2018)

Die Geräte im Tagebau Reichwalde

Im Vorschnitt-Betrieb werden zuerst die oberen Bodenschichten gewonnen, um den Tagebau herum transportiert und zur Herstellung der Bergbaufolgelandschaft von einem Absetzer als oberste Schicht auf die Kippe aufgetragen. Eine Förderbrücke vom Typ F 60 legt die Braunkohle frei. Sie wurde 1988 in Betrieb genommen und ist mit zwei Eimerkettenbaggern ausgestattet. Förderbrücken gehören zu den größten beweglichen Technik-Anlagen der Welt.

 

Sie ermöglichen es, den Abraum in einem Arbeitsgang abzutragen, auf kurzem Weg quer über die Grube des Tagebaus zu transportieren und sie wieder zu verfüllen. Direkt unter der Förderbrücke wird die Braunkohle gewonnen. Zum Abbau setzen wir zwei Schaufelradbagger und zwei Eimerkettenbagger ein. Auf einem Gurtbandförderer der Kohlebandanlage gelangt der Rohstoff zum Kohlelagerplatz am Kraftwerk Boxberg.

Wasser für das Tagebauumfeld

Für den sicheren Tagebaubetrieb muss das Grundwasser bis unter das Kohleflöz abgesenkt werden. Diese Aufgaben übernehmen Filterbrunnen mit Unterwassermotorpumpen. Das gehobene Grundwasser im Tagebau Reichwalde bereiten wir in der Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Kringelsdorf auf. Es wird über den Schwarzen Schöps in die Spree geleitet. Damit stellen wir auch die Wasserversorgung des Kraftwerks Boxberg sicher, das sein Brauchwasser aus dem Schwarzen Schöps und der Spree erhält.

Am südöstlichen Tagebaurand bauen wir eine unterirdische Dichtwand, um das Tagebauumfeld vor der Grundwasserabsenkung abzuschirmen. Es ist das fünfte Dichtwandprojekt im Lausitzer Revier – neben den Dichtwänden in Cottbus-Nord, Jänschwalde und am früheren Tagebau Berzdorf sowie der aktuellen Dichtwandbaustelle am Tagebau Welzow-Süd. Die Reichwalder Dichtwand wurde 2010 begonnen. Sie soll rund zwölf Kilometer lang werden und im Jahr 2030 fertig sein.

Umverlegung des Weißen Schöps

Durch das Nordfeld des Tagebaus Reichwalde verlief bis vor wenigen Jahren ein kanalisierter Abschnitt des Flusses Weißer Schöps, der für den Tagebaufortschritt umverlegt werden musste. Die Arbeiten erfolgten zwischen 2011 und 2014 an Gewässerabschnitten von insgesamt 13 Kilometer Länge. Dabei hat der Weiße Schöps ein 5,4 Kilometer langes, völlig neues Bett erhalten. Rund 2,3 Kilometer des Altlaufs wurden renaturiert und weitere 5,5 Kilometer naturnah umgestaltet. Entstanden ist eine natürliche Flusslandschaft, die Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bietet und in der die Natur fortan wieder selbst Regie führen kann.

Bergbaufolgelandschaft für Mensch und Natur

Nach der Kohlegewinnung rekultivieren wir die Bergbaufolgelandschaft. Auf der Innenkippe des Tagebaus Reichwalde wurden bereits in den 1990er-Jahren Mischwaldbestände angelegt, in die Offenlandbiotope und landwirtschaftliche Nutzflächen integriert sind.

Die Grundzüge der Rekultivierung legt bereits die landesplanerische Genehmigung des Tagebaus, der Braunkohlenplan, fest. Demnach bleibt die Aufforstung in den kommenden Jahren das prägende Element der Reichwalder Bergbaufolgelandschaft. Die entstehenden Wälder werden sowohl der Holzproduktion als auch der Erholung und dem Natur- und Artenschutz dienen. Zusätzlich ist am Südrand des Tagebaus eine 120 Hektar große Landwirtschaftsfläche entstanden.