Schichtwechsel im Tagebau Cottbus-Nord

Vor den Toren der Stadt Cottbus entwickeln wir in den nächsten zehn Jahren den Cottbuser Ostsee. Mit 19 Quadratkilometern Wasserfläche wird er zum größten See Brandenburgs und zum vorerst größten Bergbaufolgesee Deutschlands avancieren. Das Seebecken liefert der ehemalige Tagebau Cottbus-Nord. Im Dezember 2015 endete hier nach mehr als 30 Jahren die Braunkohlenförderung. 

Nachdem wir die genehmigten Vorräte des Abbaufeldes planmäßig gewonnen haben, beginnt mit dem Cottbuser Ostsee eine neue Entwicklungsetappe. Seen sind die natürlichen Nachfolger der Lausitzer Tagebaue. Bei der Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft wird nichts dem Zufall überlassen. Alles wird detailliert geplant, von Behörden geprüft und genehmigt.

Vorbereitungen für die Flutung

Bevor das Wasser die Regie übernehmen kann, stellen wir den Seeboden und sichere Uferböschungen her. Dazu flachen wir im Süden, Westen und Norden die Uferböschungen ab, damit die Wasserbewegung des Sees später kein Erdreich fortspülen kann. Den künftigen Seeboden tragen wir noch soweit ab, dass auch bei Niedrigwasser zwei Meter Wassertiefe nicht unterschritten werden.

Wir werden ein Flutungsbauwerk errichten und bereiten die Anbindung des Sees an den Wasserhaushalt der Umgebung vor. Am 2. Juni fand der symbolische erste Spatenstich für das Einlaufbauwerk mit Unterstützung von Brandenburgers Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Kathrin Schneider, statt. Mehr erfahren Sie hier.

Rüttler verdichten Ostufer

Am Ostufer grenzt der See an die Rekultivierungsflächen des Tagebaus, die nach der Kohlegewinnung überwiegend aufgeforstet wurden. Dieser Uferbereich, der somit aus geschüttetem Boden besteht, wird zusätzlich stabilisiert. Dazu setzen wir die so genannte Rütteldruckverdichtung ein.

Dabei werden vibrierende Lanzen 30 bis 50 Meter tief in den Boden getrieben. Sie lösen dort feine Schwingungen aus und verdichten so das Erdreich. Während des Rüttelns wird neuer Sand aufgefüllt, so dass sich eine feste Bodenstruktur bildet.

Die Flutung mit Spreewasser

Sobald wir den Seeboden und die Uferböschungen hergestellt haben und das Flutungsbauwerk steht, können wir mit der Flutung beginnen. Voraussichtlich Ende 2018 wird es soweit sein. Die Flutung wird dann etwa fünf bis sechs Jahre dauern. Hierbei spielt die Spree, die sich von ihrem Quellgebiet bei Bautzen durch die Lausitz und weiter Richtung Berlin schlängelt, eine entscheidende Rolle. Sie soll etwa 80 Prozent des Wassers beisteuern. Es wird aus dem Hammergraben abgeleitet und durch ein unterirdisch verlegtes Rohr zum Seebecken strömen.

Wasser wird der Spree allerdings nur entnommen, wenn es dort ausreichend fließt. Das ist insbesondere in den Wintermonaten der Fall oder wenn ein sommerliches Hochwasser auftritt. So nimmt die Ökologie der Spree keinen Schaden. Auch die Interessen vorrangiger Wassernutzer werden wir berücksichtigen.

Der Cottbuser Ostsee soll etwa 126 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Zur Flutung haben wir aber rund 280 Millionen Kubikmeter eingeplant, da ein Teil in der trockenen Tagebaukippe und den Böschungsbereichen versickert.

Das Spreewasser füllt den See deutlich schneller als das wieder ansteigende Grundwasser und hat aufgrund des neutralen pH-Wertes einen positiven Einfluss auf die Wasserqualität des Cottbuser Ostsees.

Chancen für Mensch und Natur

Der Cottbuser Ostsee bietet der Region viele Chancen, besonders für die Naherholung und den Tourismus. Schwerpunkte der touristischen Nutzung sollen die südwestlichen bis nördlichen Uferzonen sein.

Hier können die Nachbargemeinden Badestrände anlegen oder den See mit Häfen und weiteren Freizeitangeboten erschließen. Auch für die Fischerei soll er genutzt werden.

Der Naturschutz kommt ebenfalls nicht zu kurz: Die reich strukturierten Inseln und Flachwasserbereiche am Ostufer bieten reichlich Potenzial für die Entwicklung naturschutzrelevanter Flächen. Hier können sich Flora und Fauna ohne große Eingriffe des Menschen entwickeln.