Im Namen von Flora und Fauna

Auf etwa 15 Prozent der Gesamtflächen, die der Bergbau hinterlässt, entwickeln wir neue, artenspezifische Lebensräume für den Naturschutz. Selbst Tierarten, die sich in der von Menschen beeinflussten Kulturlandschaft zunehmend gestört fühlen, finden hier ihren Platz. Stand in den zurückliegenden Jahren vor allem das Entwickeln und Einbinden einzelner Biotope im Mittelpunkt, entstehen in unseren Tagebauen nun große zusammenhängende Gebiete, die zukünftig dem Naturschutz vorbehalten sein werden.

Eine Vielzahl von Tierarten hat ihren Lebensraum auf dem Bergbaufolgeland gefunden. Nicht nur der Feldhase, auch Eisvogel, Rebhuhn und Wachtel nutzen rekultivierte Kippenflächen als Rückzugsgebiet. Auch Einwanderer wie der Wolf nehmen die noch im Entwickeln befindliche Landschaft als Ruheort wahr.

Neuland erkunden – Vielfalt im Lausitzer Braunkohlenrevier (PDF)

Renaturierung im Bergbau

Der Begriff „Renaturierung“ bezeichnet im Allgemeinen die Rückführung von Flächen in einen naturnahen Zustand. So sind beispielsweise alte Industriestandorte, landwirtschaftliche Nutzflächen oder Gewässer wie begradigte Flüsse potentielle Renaturierungsgebiete. Im Bergbau verstehen wir unter Renaturierung diejenigen Flächen in der Bergbaufolgelandschaft, auf denen der Biotop- und Artenschutz Vorrang vor anderen Landnutzungen wie zum Beispiel der Forst- oder Landwirtschaft hat. Dabei müssen renaturierte Gebiete nicht immer unmittelbar auf Kippenflächen liegen. Sie können als Ausgleichsgebiete auch im Umfeld des Tagebaus ausgewiesen werden.

Neues Land für alte Arten

Spezielle Techniken und Maßnahmen helfen der Natur dabei, sich Quadratmeter für Quadratmeter zurückzuerobern. Das Auftragen von Heideboden und das Auflegen von samenreichem Mahdgut beispielsweise lassen auf ehemaligen Kippenböden wieder gebietsheimische und gefährdete Arten wie die Pfingstnelke wachsen. So entstehendes Offenland ist auch Rückzugsgebiet für viele seltene Vogelarten.

Bei der Renaturierung von Fließgewässern werden oftmals Teile des ursprünglichen Flussbettes wiedergestellt, alte Gewässerläufe reaktiviert und eine typische Ufervegetation wiederaufgebaut.

Die Erhöhung der Strukturvielfalt eines Flusses, zum Beispiel durch den Einbau von Buhnen, Buchten und Inseln, gehört ebenso zu den Renaturierungsmaßnahmen wie die Wiederansiedlung von ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten.