Kraftwerk

Schwarze Pumpe

Das LEAG-Kraftwerk Schwarze Pumpe ist das erste einer neuen Generation von Braunkohlenkraftwerken. Hinsichtlich Effizienz und Umweltschutzstandards hat Schwarze Pumpe auch im internationalen Vergleich neue Maßstäbe gesetzt.

Erster Neubau nach der Wende

Nach der Wende war Schwarze Pumpe das erste Lausitzer Braunkohlenkraftwerk, das auf der Grundlage neuer, umweltschonender Technologien geplant und errichtet wurde: stickoxidarme Verbrennung, Rauchgasentschwefelung, Staubabscheidung mit E-Filtern. Obgleich die Kraftwerksprozesse damit aufwändiger wurden, erreichte Schwarze Pumpe als eine der ersten Anlagen auf Braunkohlenbasis einen Wirkungsgrad von 40 Prozent. Das heißt, aus einem Kilogramm Braunkohle konnte fortan mehr Energie gewonnen werden. Die CO2-Emissionen je erzeugter Kilowattstunde sanken.

Der Grundstein für das Kraftwerk wurde im Herbst 1993 gelegt. Bereits vier Jahre später nahm der erste Kraftwerksblock mit einer installierten Leistung von 800 Megawatt (MW) den Dauerbetrieb auf. Ein halbes Jahr später folgte der zweite 800-MW-Block.

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe befindet sich etwa 30 Kilometer südlich von Cottbus unweit der brandenburgischen Stadt Spremberg im gleichnamigen Ortsteil Schwarze Pumpe.

Der Name entstand - einer Überlieferung zufolge - gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, als Schweden plündernd durch die Lausitz zogen. Um sie zu stoppen, bedienten sich die Einwohner einer List: Sie strichen die Pumpe des Gasthauses ihrer slawischen Siedlung schwarz an, damals ein Zeichen für die Pest. Die Plünderer zogen weiter, der Name "Schwarze Pumpe" blieb. In den 1950er Jahren begann die Geschichte des heutigen Industrieparks Schwarze Pumpe als Energie- und Industriezentrum der DDR. Heute beherbergt das etwa 720 Hektar große Areal mehr als 80 Unternehmen, u.a. aus dem Energiesektor, der Papierherstellung sowie der Chemie und Logistik.

Zahlen und Fakten

1.600 MW

Installierte Leistung

2 x 300 t/h

Prozessdampfkapazität

11,4 TWh

Stromerzeugung 2016

Strom und Wärme

Im Kraftwerk Schwarze Pumpe verstromen wir Rohbraunkohle aus den nahe gelegenen Tagebauen Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde. Bei Volllast benötigen die Kraftwerker täglich rund 36.000 Tonnen Braunkohle.

Im Prozess der Stromerzeugung wird heißer Dampf ausgekoppelt. Mit diesem Prozessdampf beliefern wir zum einen benachbarte Industriebetriebe. Im Veredlungsbetrieb der Lausitz Energie Bergbau AG wird er beispielsweise für die Trocknung von Braunkohle bei der Brikettherstellung genutzt. Einen anderen Teil des Dampfes wandeln wir in Fernwärme um und versorgen damit den Industriepark Schwarze Pumpe sowie die Städte Hoyerswerda und Spremberg einschließlich des Ortsteils Schwarze Pumpe (60 MWth je Kraftwerksblock).  

Maschinenhaus des Kraftwerks Schwarze Pumpe

Zuverlässig und flexibel

Als flexibles Grundlastkraftwerk leistet Schwarze Pumpe einen wichtigen Beitrag für eine durchgängige, stabile Versorgung mit Elektrizität. Beide Kraftwerksblöcke können in einem Leistungsband von 800 MW bis 310 MW betrieben werden. Wichtig ist, dass dabei auch alle Lieferverpflichtungen für Wärme und Dampf sicher eingehalten werden.

Der flexible Kraftwerksbetrieb ist eine Voraussetzung für die Integration wetterabhängiger erneuerbarer Energiequellen in das Versorgungssystem. Diese haben gemäß dem Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) Vorfahrt bei der Einspeisung in das Stromnetz.

Neue Rohstoffe aus dem Kraftwerksprozess

Bei der Reinigung der Rauchgase in der Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) des Kraftwerks entsteht als Nebenprodukt Gips. Dieser Gips ist hinsichtlich seiner Zusammensetzung und Verarbeitbarkeit demjenigen aus Naturlagerstätten mindestens ebenbürtig und lässt sich gut in der Baustoffindustrie verwerten.

Die KNAUF Deutsche Gipswerke KG mit ihrem Werk im Industriepark Schwarze Pumpe nutzt derzeit bei der Herstellung von Gipskartonplatten 70 Prozent des bei der Rauchgasentschwefelung im Kraftwerk entstandenen REA-Gips.

Besucher gern gesehen

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe kann von Montag bis Samstag nach Voranmeldung besucht werden. Besonders beliebt ist die Fahrt auf die über 162 Meter hoch gelegene Aussichtsplattform des Kesselhauses. 

Viele Besucher kommen zu den traditionellen Ausstellungen in die Galerie im Sozialgebäude des Kraftwerks. Seit 1998 stellen hier vor allem regionale Künstler und Kunsthandwerker ihre Werke aus. Dazu findet zweimal jährlich eine Vernissage statt.

Zu einem wirklichen Familienfest ist inzwischen das „Wanderwegfest“ geworden, das seit dem Jahr 2000 immer am Himmelfahrtstag von den Kraftwerkern gemeinsam mit Unternehmen des Industrieparks Schwarze Pumpe organisiert wird. Neben den Fahrten zu Nachbarunternehmen im Industriepark und der sehr gefragten „Turmbesteigung“ sorgen Bastelstraße, Hüpfburg oder Quiz dafür, dass sich auch Kinder hier wohlfühlen.

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