Kraftwerk

Jänschwalde

Das Braunkohlenkraftwerk Jänschwalde ist mit 3.000 Megawatt (MW) installierter Leistung das drittgrößte Kraftwerk Deutschlands und das größte im Kraftwerkspark der LEAG. Gleichzeitig ist der Standort dank neuer Technologien besonders flexibel.

Sechs Blöcke liefern Energie für Millionen

Im Jahr 1976 wurde der Grundstein für den Kraftwerksstandort in der Nähe der Stadt Peitz, etwa 15 Kilometer nördlich von Cottbus, gelegt. Fünf Jahre später ging der erste von sechs Blöcken (A bis F) mit einer installierten Leistung von 500 MW ans Netz. 1989 wurde das Kraftwerk Jänschwalde mit seiner installierten Gesamtleistung von 3.000 MW fertiggestellt. Jedes Jahr erzeugen wir hier rund 20 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom. Das ist genug, um rund 5,7 Millionen Haushalte bei einem Jahresverbrauch von durchschnittlich 3.500 kWh zuverlässig und flexibel zu versorgen.

Bei Volllast benötigt das Kraftwerk ca. 82.000 Tonnen Braunkohle pro Tag. Sie kommt aus den Tagebauen Jänschwalde, Welzow-Süd und Reichwalde. Neben Strom liefert Jänschwalde Wärme für den Standort sowie Haushalte und Betriebe in Cottbus und Peitz.

Seit 1995 gibt es am Kraftwerk eine Ausbildungsstätte. Zur Zeit erlernen hier rund 130 junge Leute die Berufe Mechatroniker/-in, Industriemechaniker/-in und Elektroniker/-in für Betriebstechnik.

Zahlen und Fakten

3.000 MW

Installierte Leistung

349,2 MWth

Fernwärmeleistung

20,3 TWh

Stromerzeugung 2016

Einhaltung von Umweltstandards

Im Zeitraum von 1991 bis 1996 wurden alle Kraftwerksblöcke mit modernster Umweltschutztechnik nachgerüstet und für einen effizienten Weiterbetrieb ertüchtigt. Dazu gehörte zum Beispiel die Nachrüstung von Rauchgasentschwefelungsanlagen, der Umbau der Dampferzeuger für eine stickoxidarme Verbrennung der Kohle und die Modernisierung der Elektrofilter zur Staubabscheidung. Das Kraftwerk unterschreitet heute alle vorgegebenen Emissionsgrenzwerte deutlich.

Zuverlässig und flexibel

Jänschwalde trägt rund um die Uhr zu einer bedarfsgerechten Stromversorgung bei. Zugleich hilft das Braunkohlenkraftwerk Schwankungen, die sich bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne ergeben, auszugleichen. Jeder der sechs Kraftwerksblöcke kann flexibel, schnell und zuverlässig bis auf eine technische Mindestlast von 36 Prozent der installierten Leistung heruntergefahren werden. Das haben wir durch ein umfassendes Ertüchtigungsprogramm in der E-und Leittechnik, das wir 2015 abgeschlossen haben, erreicht.

Im Jahr 2014 wurde am Block F eine Zünd- und Stützfeuerung auf Basis von Trockenbraunkohle (TBK) installiert. Mit Trockenbraunkohle ist die Anlage noch besser regelbar. So kann der Block bei Bedarf auf eine noch geringere Mindestlast von weniger als 25 Prozent der installierten Leistung heruntergefahren werden. Weitere Optimierungsmaßnahmen werden erprobt. Die Trockenbraunkohle wird am Standort Schwarze Pumpe mit dem Verfahren der Druckaufgeladenen Dampf-Wirbelschicht-Trocknung (DDWT) hergestellt. Diese Technologie wurde gemeinsam mit Forschern der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg entwickelt.

Sicherheitsbereitschaft

Im Rahmen der von der Bundesregierung beschlossenen Sicherheitsbereitschaft für Kohlekraftwerke werden die Blöcke E und F mit jeweils 500 MW in den Jahren 2018 und 2019 vorläufig außer Betrieb genommen und für vier Jahre in die Sicherheitsbereitschaft überführt. Danach sollen beide Blöcke endgültig stillgelegt werden.

Kraftwerke immer fit halten

Am Standort Jänschwalde hat auch die Zentrale des Instandhaltungsmanagements Kraftwerke der LEAG ihren Sitz. Die  Mitarbeiter wirken an allen vier LEAG-Kraftwerksstandorten und sind verantwortlich für die technische Sicherheit und eine hohe Verfügbarkeit der Kraftwerksanlagen. Im Laufe der Jahre hat sich dabei eine verlässliche Zusammenarbeit mit spezialisierten Firmen im Umfeld der Kraftwerksstandorte entwickelt.

Im Zentrum ihrer täglichen Arbeit steht die Planung und Durchführung aller notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen. Um die Anlagen stets fit zu halten, gehören die laufende Instandhaltung und Revisionen ebenso dazu wie spezielle Instandhaltungsprojekte und das Qualitätsmanagement.

Kai Kamphöfener, 23 Jahre, Praktikant im Bereich Elektro- und Leittechnik
Ich studiere Regenerative Energiesysteme an der TU Dresden und bin derzeit dabei, ein Praktikum bei der LEAG zu absolvieren. Das passt nicht zusammen? – Oh doch. In meiner Praktikumsarbeit beschäftige ich mich mit Generatoren und deren Revisionszyklen.

Und außerdem?

Seit über 30 Jahren werden am Kraftwerkstandort Speisefische gezüchtet. Heute arbeitet hier die Fischzucht Jänschwalde GmbH. Das Unternehmen nutzt das warme Kühlwasser, um zum Beispiel Karpfen zu überwintern und danach in die Peitzer Teiche auszusetzen. Im Jahr 2016 konnten die Fischer 64 Tonnen Karpfen, 58 Tonnen Lachsforellen und Saiblinge sowie acht Tonnen andere Fische produzieren.

Als Ersatzanflugpunkt für die ehemaligen Schornsteine, die nach der Nachrüstung von Rauchgasentschwefelungsanlagen ausgedient hatten, wurden an den Blöcken A und D Nistkästen für Wanderfalken angebracht. Pro Kasten werden jährlich bis zu drei Falken flügge. Außerdem gibt es auf dem Kraftwerksgelände ein Brutfloß für Flussseeschwalben – eine Möwenart, die auf der Roten Liste bedrohter Tierarten steht.

Besucher gern gesehen

Sollten Sie Interesse an einer Besichtigung des Kraftwerks Jänschwalde haben, können Sie für Ihre Terminanfrage unser Kontaktformular nutzen. Da dies ein allgemeines Formular ist, geben Sie bitte den Standort an, die Sie besuchen wollen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Besichtigungen nur nach vorheriger und frühzeitiger Terminvereinbarung durchführen können und die Kapazitäten begrenzt sind.

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