Am heutigen Donnerstag, 30. Oktober, hat die Deutsche Bahn offiziell die Ausbildungsstätte am Kraftwerksstandort Jänschwalde von der LEAG übernommen. In den 1970er Jahren errichtet und 1995 umfänglich saniert, um einen Anbau erweitert und nach modernsten Standards ausgestattet, war sie jahrzehntelang eine praxisnahe Berufsausbildungsstätte für angehende junge Kraftwerker. gewesen. Diese erhielten hier vor allem die Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik und Mechatroniker – und zwar sowohl in der Ausbildungsstätte als auch direkt im benachbarten Kraftwerksbetrieb.
Mit dem Kohleausstieg und der damit verbundenen, gesetzlich vorgegebenen schrittweisen Schließung von Kraftwerksanlagen stand die LEAG vor der Frage, die Ausbildungsstätte in Jänschwalde perspektivisch zu schließen oder eine sinnvolle Nachnutzung dafür zu finden. Dank der Ausbildungspartnerschaft mit der Deutschen Bahn, die im August 2022 vertraglich besiegelt wurde, konnte die Zukunft der Ausbildungsstätte gesichert werden. Nachdem die LEAG zunächst die Ausbildung von Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Industriemechaniker für die DB mit übernommen hatte, geht der Betrieb der Ausbildungsstätte nun vollständig an die Deutsche Bahn über.
„Die Übernahme der Ausbildungswerkstatt durch die Deutsche Bahn ist ein wichtiges Signal für die Region und speziell für Jänschwalde und ein entscheidender Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Lausitz“, sagt LEAG-Personalvorstand Jörg Waniek. „Mit dem Kohleausstieg, der das Kraftwerk Jänschwalde als erstes in der Lausitz mit Stilllegungen 2025, 2026 und 2028 betrifft, geht hier eine Ära zu Ende. Aber eine neue beginnt schon jetzt. Gemeinsam mit der DB und weiteren Partnern werden wir die Bedeutung von Jänschwalde als starken Ausbildungs-, Energie- und Industrie-Standort in Brandenburg langfristig sichern und ausbauen. Ich bin überzeugt, dass sich das Vertrauen in den Standort und unsere partnerschaftliche Zusammenarbeit als sinn- und wertvolle Investition in die Zukunft erweisen werden.“
Die LEAG hat indessen ihre Lausitzer Ausbildung zusammen mit der Weiterbildung in der LEAG-Akademie am Standort Schwarze Pumpe konzentriert. Dort werden zurzeit ca. 350 junge Menschen ausgebildet, darunter etwa 40 Auszubildende von Verbundpartnern, denen die LEAG-Ausbilder das Rüstzeug für ihren späteren Berufseinstieg mitgeben. Damit bleibt das Unternehmen LEAG einer der größten ostdeutschen Ausbildungsbetriebe. Die Jugendlichen können aktuell aus einem Angebot von vier gewerblichen und kaufmännischen Ausbildungsberufen, sowie von drei Dualen Studiengängen auswählen, darunter bspw. dem Bachelor of Engineering im Studiengang Green Engineering an der Hochschule Zittau/Görlitz.
Vorausgegangen waren dem Umzug an den Standort Schwarze Pumpe umfangreiche Umbau-, Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen. Die Arbeiten erfolgten parallel zum Ausbildungsbetrieb. Unter anderem entstanden im Obergeschoss eines bestehenden Industriegebäudes neue Elektronik-Kabinette, ein Hydraulik- und ein Pneumatik-Kabinett sowie der Pausen- und Veranstaltungsraum. Da der große Industriefahrstuhl im Gebäude erhalten geblieben ist und die Kabinette barrierefrei gestaltet wurden, ist die LEAG auch hier auf Auszubildende mit Handicap eingestellt.
Ansprechpartner
Thoralf Schirmer
Pressesprecher Büro Lausitz
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