Auch wenn der Tagebau Nochten bis Ende 2038 planmäßig seine Kohleförderung beendet, soll noch weit darüber hinaus über die verbleibenden Randriegelbrunnen Sümpfungswasser gehoben und sinnvoll für Ökosysteme im Umfeld des Tagebaus genutzt werden. Zu diesem Zweck entsteht am Tagebaurand von Weißwasser eine großdimensionierte Wasserbehandlungsanlage (WBA). Den Grundstein dafür legten heute u.a. Henrik Ansorge, Leiter Betrieb Tagebaue bei der LEAG; Dr. Thomas Koch, Leiter Geotechnik bei der LEAG, Weißwassers Stellvertretender Oberbürgermeister Dirk Rohrbach und Martin Herrmann, Abteilungsleiter Tagebau beim Sächsischen Oberbergamt.
Das Projekt umfasst den Neubau einer zweistraßigen vollautomatischen Behandlungsanlage für Sümpfungswässer mit einer Kapazität von bis zu 40 Kubikmeter pro Minute. Die Verfahrenstechnik beinhaltet die Enteisenung Entsäuerung, Belüftung, Flockung, Sedimentation und pH-Wert-Einstellung des Sümpfungswassers. Dieses soll anschließend als Zusatzwasser zur Stützung wasserabhängiger Landschaftsteile verwendet werden. Das sind zum Beispiel Natura-2000-Schutzgebiete, also Fauna-Flora-Habitate mit wassergebundenen Lebensraumtypen wie die Wälder und Feuchtgebiete bei Weißkeißel, das Alte Schleifer Teichgelände oder der Trebendorfer Tiergarten. So soll bis zum Abschluss des Grundwasserwiederanstiegs in voraussichtlich mehr als 60 Jahren der Erhalt der Oberflächengewässer und wasserabhängigen Landschaftsteile gewährleistet werden.
„Dieses Wasser soll der Region nicht verloren gehen“, sagt Dr. Thomas Koch, „sondern in einem maßgeblichen Anteil - technologisch behandelt und in guter Qualität – genau den Oberflächengewässern und wasserabhängigen Landschaftsteilen wieder zur Verfügung gestellt werden, die von Grundwasserabsenkung und Klimawandel gleichermaßen betroffen sind. Das ist für uns als Bergbaubetreiber eine Verpflichtung, die wir sehr ernst nehmen.“
Henrik Ansorge hob die gute und schnelle Vorbereitung für den Bau der Anlage hervor: Dass ein solches Projekt vom ersten Planungsschritt über die Genehmigung bis zum Baubeginn in nur 26 Monaten an den Start gebracht wird, ist nicht selbstverständlich. Es spricht für die gute Arbeit der Planungsbüros und unserer Fachkollegen bei der LEAG und auch für das gute Zusammenspiel mit den verantwortlichen Behörden.“
Auf der Baustelle am Tagebaurand unweit des Turmes am Schweren Berg in Weißwasser herrscht bereits seit Anfang Oktober Betrieb. Bis zu 6 Kräne andere schwere Technik verrichten dort ihre Arbeit beim Bau von Gebäuden, Becken, Kanälen, Schächten, erdverlegte Rohrleitungen, Kabeltrassierung und Asphaltstraßen.
Für die Bauplanung und -leitung zeichnet die VertUm GmbH verantwortlich, ein Leipziger Ingenieurbüro für Umwelt- und Verfahrenstechnik, das seit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung mit der Errichtung von Aufbereitungsanlagen hat. An Bau und Planung beteiligt sind außerdem die LEAG-Tochter GMB GmbH, das Ingenieurbüro Gerstgraser, die Recis GmbH Freiberg sowie die ARGE Neubau Wasserbehandlungsanlage Weißwasser mit der Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH und der WBG Wasserbaugesellschaft Kulmbach mbH.
Ansprechpartner
Thoralf Schirmer
Pressesprecher Büro Lausitz
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