LEAG-CEO Adi Roesch zum Strom-VKG: „Die Energiewende darf nicht an Postleitzahlen scheitern“
Die Schaffung gesetzlicher Grundlagen und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Zubau neuer zukunftsfähiger Kraftwerke ist seit Monaten ein Fixpunkt auf der energiepolitischen Agenda der Bundesregierung. LEAG hatte sich frühzeitig mit zwei Neubaukraftwerken an den ostdeutschen Kraftwerksstandorten Schwarze Pumpe in der Lausitz und Lippendorf in Mitteldeutschland auf die Ausschreibungen vorbereitet. Zum gestern vorgelegten Referentenentwurf für das Strom-VKG äußerte sich LEAG-CEO Adi Roesch mit einer klaren Botschaft:
“Wir begrüßen, dass die Bundesregierung den Fahrplan für die dringend notwendigen Ausschreibungen für die Zukunftskraftwerke veröffentlicht hat. Mit den insgesamt 9 GW in den Ausschreibungsrunden für Langzeitkapazitäten wird ein erster Schritt gemacht, um die drohende Lücke bei steuerbarer Kraftwerksleistung zur Absicherung der deutschen Stromversorgung zu schließen.
Mit großer Sorge sehen wir dabei weiterhin die regionale Steuerung bei der Lokalisierung der Kraftwerkskapazitäten. Durch den ”Südbonus" werden 2/3 der ausgeschriebenen Kapazitäten für Standorte in Süddeutschland reserviert. Auf der anderen Seite wird das verbleibende Drittel der Kraftwerkskapazitäten nicht für den Norden und Osten reserviert, sondern in einen offenen Wettbewerb aller Kraftwerksbetreiber gestellt. Vor dem Hintergrund, dass insbesondere Anlagenbetreiber aus dem Süden durch Redispatch-Vergütungen ohnehin Vorteile bei der Wirtschaftlichkeit verbuchen, sinken die Chancen für den Bau von Zukunftskraftwerken in Ostdeutschland deutlich. Die Energiewende darf nicht an Postleitzahlen scheitern “, mahnte Roesch.
In diesem Zusammenhang hatte auch der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz im Rahmen einer Studie auf die Risiken fehlender Ersatzkapazitäten für die Versorgungssicherheit in Ostdeutschland im Kohleausstieg hingewiesen.
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