Im Tagebau Nochten stand nach sechs Jahren die zweite Ablaschung an. Dabei wurde der Bereich, in dem sich die Förderbrücke bewegt – die sogenannte Strosse – verkürzt, um geologische Störzonen zu umgehen. 850 Meter Umleitung – was einfach klingt, glich einer Herkulesaufgabe.

Denn nicht nur die Bandanlagen, die Kohle und Abraum transportieren, zogen mit um, sondern auch fast 300 Tonnen schwere Umlenk- und Antriebsstationen. Neue Rampen mussten her, die Elektrizitätsversorgung ab- und aufgebaut werden. Wenn ein Tagebau „seine Koffer packt“, ist Teamarbeit gefragt. Zwei Jahre Vorbereitung, 100 Mitarbeiter und 18 Tage Grubenstillstand – einige Highlights des Megaprojektes gibt es hier im Video.

©Marcel Rust

Ein Job für die Aus- und Vorrichtung: Die Bandanlage wurde nicht einfach ab- und wieder aufgebaut, sondern über ein Gefälle von 1:8 an ihre neue Position „gerückt“. Bevor die Rückarbeiten jedoch starten konnten, musste der Rückbereich geebnet, ergo das Planum hergestellt werden. Bis zu vier Planierraupen waren dafür nötig. Innerhalb von zwei Wochen war dieses Teilprojekt der Ablaschung geschafft.

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Nächster Schritt: Das Rücken einer der vier Bandanlagen. Dazu wurden die Kranraupen in die Rückschiene der Bandanlage eingespannt. Dann fuhren sie parallel zu ihr und zogen sie Stück für Stück an ihre neue Position – pro Fahrt rund einen halben Meter, den sogenannten „Span“.  10 Stunden dauerte es, um drei Kilometer Bandanlage zur versetzen, davon die Hälfte nach unten. Neben der Aus- und Vorrichtung waren daran auch die Elektriker beteiligt.

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Rampen schieben – auch das war Teil der Ablaschung, denn über die Rampen läuft die Bandlange K31 von der oberen Arbeitsebene bis zur Hauptarbeitsebene und von dort in den Kohleabbaubereich, die Grube. Nur so kann die Nochtener Kohle direkt zum Kohlelagerplatz transportiert werden. Für beide Rampen der K31 bewegte die Aus- und Vorrichtung rund 100.000 Kubikmeter Erdmasse. 

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Neben der Aus- und Vorrichtung und den Elektrikern waren auch die Vulkanisateure und die Mechanik an der Ablaschung beteiligt, denn zu jeder der vier Bandanlagen gehört eine Antriebsstation (ATS) und eine Umlenkstation (UL). Um sie umzusetzen, trennten die Vulkanisateure zuerst die Gurte der Bandanlage auf (ab 0:28 min.). ATS, UL und Segemente – hier sind die Rollen eingehangen – waren damit freigelegt. Da die ATS im Video kein Fahrwerk besitzt, wurde sie hydraulisch mit Stempel angehoben und per ferngesteuerten Modulen verfahren (ab 0:58 min). Ein Tag war nötig, um die 270 Tonnen schwere ATS an ihren neuen drei Kilometer entfernten Standort zu bewegen.