12.11.2021
Zur Person

Carsten Schmiel, Tagebaureferent Brandenburg, ist seit 1998 im Unternehmen tätig. Nach seiner Ausbildung hat er in den Tagebauen Welzow-Süd, Jänschwalde und Cottbus-Nord unterschiedliche Aufgaben erfüllt. Seit Anfang 2021 ist er als Tagebaureferent das Bindeglied zwischen Ämtern, Städten, Gemeinden und den Tagebauen Welzow-Süd, Jänschwalde und Cottbus-Nord.

Zum ersten Mal lud LEAG Drohnenpiloten ein, den künftigen Cottbuser Ostsee per Drohne zu erkunden. Wo sonst Drohnenflüge nur am Tagebaurand möglich sind, gab es am 29. Oktober 2021 die Gelegenheit, an drei verschiedenen Standorten, verteilt um den künftigen Cottbuser Ostsee, die Drohnen in die Luft zu schicken. Für diesen Drohnenflugtag war Carsten Schmiel, Tagebaureferent Brandenburg und somit unter anderem für den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord und baldigen Cottbuser Ostsee zuständig, verantwortlich.

Wie kam es zu der Idee, einen offiziellen Drohnenflugtag am Cottbuser Ostsee zu veranstalten?

Wir beobachten ein sehr großes Interesse der Öffentlichkeit an dem künftigen Cottbuser Ostsee. Dieses Interesse begann bereits vor der Flutung, verstärkte sich aber nochmal seitdem Spree- und Grundwasser den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord füllen. Einigen Interessierten reicht es dabei nicht, nur den Blick von den bekannten Aussichtspunkten am Einlaufbauwerk bei Lakoma oder den Merzdorfer Turm vor den Toren von Cottbus auf den See zu werfen, sie wollen ihn auch aus der Vogelperspektive erleben können.

Es gab also konkrete Anfragen nach der Möglichkeit, Drohnen über den Ostsee fliegen zu lassen?

Es gab nicht nur Anfragen, sondern es gab bereits mehrere Videos von Drohnenflügen über dem Cottbuser Ostsee, die im Internet zu finden sind. Auch unser Sicherheitsdienst, der regelmäßig am Cottbuser Ostsee unterwegs ist, hat wiederholt Personen angetroffen, die gerade dabei waren, mit der Drohne über den Cottbuser Ostsee zu fliegen.

Der Cottbuser Ostsee lockt als größtes Rekultivierungsprojekt viele Neugierige, nicht nur Drohnenpiloten, an sein Ufer, Foto: Lausitz TV

Der Merzdorfer Turm ist ein beliebter Aussichtspunkt für viele Cottbuser Ostsee-Touristen. Am Drohnenflugtag war er einer von drei Standorten, von wo Drohnen losfliegen konnten, Foto: LEAG

Diese Personen haben somit die Grenzen des Erlaubten überschritten?

Richtig. Erlaubt ist aus Sicherheitsgründen nämlich nur, die Drohne auf öffentlichem Gelände nach oben steigen zu lassen. Unser Tagebaugelände darf ohne Zustimmung durch die LEAG nicht überflogen werden.

Mal abgesehen von den Eigentumsrechten, welche Gründe verbergen sich hinter dieser Bestimmung?

Das hat vor allem Gründe der Sicherheit. Unsere Betriebsüberwachung muss in jedem Fall wissen, ob Drohnenflüge stattfinden, damit es bei mehreren gleichzeitigen Flügen zu keinen Kollisionen im Luftraum kommt.

Zum anderen herrscht am künftigen Cottbuser Ostsee während der gesamten Flutungsdauer Lebensgefahr. Verschiedene Schilder rund um den Cottbuser Ostsee weisen auf mögliche Gefahren der innen liegenden und durch den Bergbau geschütteten Kippenbereiche, welche sich mit Flutungswasser aufsaugen, hin. Aus eingeplanten Rutschungsereignissen können Schwallwellen resultieren, die sich bis an die gewachsenen Uferbereiche ausbreiten können. Verliert also jemand seine Drohne über dem Territorium des künftigen Cottbuser Ostsees, könnte er möglicherweise auf die Idee kommen, diese zurückzuholen. Damit würde er sich klar in Lebensgefahr bringen. Unser Appell lautet deshalb immer: Respektieren Sie die Grenzen des Tagebaus, überwinden Sie nicht die Zäune. Erst wenn der See vollständig geflutet ist und keine Gefahren mehr auftreten können, dürfen wir alle den See nutzen.

Lausitz TV war beim Drohnenflugtag mit dabei, hier der Beitrag über youtube

Dario Lembcke (links) war einer der angemeldeten Teilnehmer am Drohnenflugtag. Er ist ehrenamtlich beim DLRG Stadtverband Cottbus tätig. Dort setzt er sich dafür ein, Drohnen bei Rettungssituationen zum Beispiel zur Aufklärung zu verwenden, Foto: LEAG

Wer konnte beim ersten Drohnenflugtag teilnehmen?

Wir haben zu den Drohnenpiloten Kontakt aufgenommen, die bereits regelmäßig entsprechend unserer Vorgaben am Cottbuser Ostseerand fliegen. Da gibt es ein kleines Netzwerk in dem unsere Idee sofort auf Begeisterung gestoßen ist. Mit einem digitalen Anmeldeverfahren konnten sich dann die Interessierten auf leag.de für die Teilnahme registrieren. Wir haben drei Standorte als Abflugorte ausgewählt, dazu gehörte der Merzdorfer Turm, das Einlaufbauwerk und die Bärenbrücker Bucht. Die meisten der Teilnehmer haben sich für mehrere Standorte angemeldet, um den See möglichst komplett befliegen zu können.

Wie waren dann die Reaktionen der Teilnehmer, wurden deren Erwartungen erfüllt?

Das Feedback, das mir entgegengebracht worden ist, war durchweg positiv. Vor allem waren alle froh über das Wetter. Ende Oktober war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass wir einen Tag erwischen, an dem ein wolkenloser Himmel vorherrscht und die Sonne wie auf Bestellung in traumhaft roten Tönen am Horizont untergeht. Dabei sind wirklich sehr schöne Bilder bzw. Videos entstanden.

Drei Standorte standen als Abflugorte für die Drohnenflieger zur Auswahl, dazu gehörten neben der Bärenbrücker Bucht, der Merzdorfer Turm und das Einlaufbauwerk bei Lakoma. Die meisten der Teilnehmer hatten sich für mehrere Standorte angemeldet, um den See möglichst komplett befliegen zu können. Im Bild der Standort Bärenbrücker Bucht, Foto: LEAG

Der Ostsee wird sein Gesicht in den nächsten Jahren weiter verändern bis er vollständig gefüllt sein wird. Deshalb zum Abschluss natürlich die Frage: wird es weitere offizielle Drohnenflugtage geben?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir wieder zu einem Drohnenflugtag über dem Cottbuser Ostsee einladen. Wann es soweit ist, steht noch nicht fest. Aber je mehr Wasser den Seeboden bedeckt, desto attraktiver werden natürlich die Bilder vom See. Wir rechnen daher also mit einem weiterhin hohen Interesse der Bevölkerung. Darüber freuen wir uns und dem wollen wir auch mit regelmäßigen Informations-Angeboten gerecht werden.

 

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Floating PV kann Reiz des Ostsees vergrößern
Flutungsstopp am Cottbuser Ostsee ist einkalkuliert
Festlicher Flutungsbeginn am Cottbuser Ostsee

..und noch mehr.

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Autor

Kathi Gerstner

Direkt nach meinem Studium der Kulturwissenschaften hatte ich die Möglichkeit, in vielen Bereichen der Kommunikation unseres Energieunternehmens tätig zu sein. Seit mehr als zehn Jahren gehöre ich zum Team der Pressesprecher. Dort bin ich Ansprechpartnerin für die Medien zu allen Themen der LEAG-Geschäftswelt.  

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