Eishockey-Füchse machen es spannend bis zum Schluss

01.03.2018

Spannendes Eishockey gab es am vergangen Wochenende nicht nur in Pyeongchang zu sehen, wo der deutschen Nationalmannschaft mit der Finalteilnahme und letztlich olympischen Silber eine echte Überraschung gelang. Spannend geht es auch in der Deutschen Eishockeyliga 2 (DEL2) zu.

Thomas Götz spielt seine letzte Saison bei den Lausitzer Füchsen, Foto: Andreas Franke für LEAG

Auch drei Tage vor dem Ende der Hauptrunde ist noch nicht entschieden, ob die Lausitzer Füchse in den kommenden Wochen in den Vor-Playoffs dabei sind – hier spielen die Mannschaften, die die Tabellenplätze 7 bis 10 erreicht haben -  oder gegen den Abstieg kämpfen. Egal, wie es ausgeht, hat mir Thomas Götz vor einigen Wochen gesagt, nach Ende der Saison ist für ihn bei den Lausitzer Füchsen Schluss. 13 Jahre hat er hier gespielt, ist der dienstälteste Spieler in Weißwasser. 

Kurz vor Toresschluss ist es noch einmal richtig spannend geworden, nachdem der Tabellennachbar, die Eispiraten Crimmitschau, gegen die Bietigheim Steelers unerwartet 7:1 gewonnen hat. Zehnter müssen die Füchse werden, wenn sie nicht ab 11. März gegen den Abstieg spielen wollen. Auf Niederlagen der anderen Mannschaften können sie dabei nicht hoffen. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und dürfen uns nicht auf den Ausgang der anderen Spiele verlassen“, betont Thomas Götz. Auch wenn er in der neuen Saison nicht mehr dabei sein wird, „es ist schon ein schöneres Gefühl, in der Runde der potentiellen Aufsteiger zu spielen als in der Runde der Letztplatzierten“.

Eishockeyleidenschaft bleibt

Die Schlittschuhe hatte er mit sechs Jahren zum ersten Mal geschnürt. „Ja sicher habe ich mit zehn, elf Jahren, den Traum gehabt, mal erste Liga zu spielen“, gesteht mir Götz ohne Wehmut. Anders als bei seiner älteren Schwester Susann, die mit der Eishockey-Nationalmannschaft an zwei Olympischen Spielen teilgenommen hat, ist daraus leider nichts geworden.

Thomas Götz voll im Einsatz gegen die Frankfurther Löwen, Foto: Andreas Franke für LEAG

Seiner Leidenschaft zum schnellen Puck auf dem Eis hat das allerdings keinen Abbruch getan. Keine Frage, er hat die Spiele in Pyeongchang mit großem Interesse verfolgt, ist am entscheidenden Sonntag früh aufgestanden. „Ich kenne einige Spieler persönlich“, erzählt er mir und ergänzt „was die Jungs bei den Olympischen Spielen gezeigt haben, war eine gute Werbung für unseren Sport.“ Gute Werbung kann Eishockey gebrauchen, hat es die Sportart in Deutschland doch stets schwerer als zum Beispiel Fußball oder die Formel 1. Thomas Götz weiß das nur zu gut. Der Mittelstürmer durchlief alle Junioren-Stationen der Füchse und wird es in der DEL2 am Ende der Hauptrunde auf beeindruckende 658 Einsätze gebracht haben.

Beruflich geht es bei der LEAG weiter

Konzentriert bis zum letzten Moment: Thomas Götz im Zweikampf, Foto: Andreas Franke für LEAG

Unter den Stammspielern der Füchse ist der 32-Jährige der Einzige, für den Eishockeyspielen ein Nebenjob ist – allerdings einer mit höchster Professionalität. „Ich wollte auf der sicheren Seite sein und habe mich für diesen Weg der Berufstätigkeit entschieden“, erklärt Götz. Nach Abschluss der 10. Klasse wollte seine Mutter, dass er einen Beruf erlernt. Er entschied sich für die Ausbildung zum Elektriker beim LEAG-Vorgängerunternehmen, denn etwas in der Region sollte es sein. Als Elektriker arbeitet er noch heute – im Kraftwerk der LEAG in Boxberg. Um sechs Uhr ist Schichtbeginn, zwischen neun und elf Uhr wird trainiert, dann geht es zurück vom Eis an den Arbeitsplatz. Während der Saison arbeitet der Vater eines Sohnes 30 Stunden pro Woche. Im Sommer muss er dafür mehr arbeiten. Mit dieser Flexibilität unterstützt die LEAG das sportliche Engagement des Weißwasseraners.

Jedenfalls war das bisher so. Künftig werden seine Arbeitstage aussehen, wie die aller anderen Kollegen in Boxberg auch. Feste Pläne hat Götz noch nicht. Doch er könnte sich eine berufliche Weiterentwicklung bei der LEAG gut vorstellen. „Vielleicht“, erzählt er mir, „mache ich eine Weiterbildung zum Meister.“   

Und sportlich? Einem Verein wird er sich wahrscheinlich nicht anschließen. „Ich fahre viel Fahrrad und sicher werde ich auch hin und wieder aufs Eis gehen“, ist sich Götz sicher. Die Nähe zum Eis wird ihm auch aus einem anderen Grund bleiben. Sohn Benjamin steht inzwischen auch schon auf Schlittschuhen.   

 

Weitere Information

Das nächste Heimspiel der Füchse im Bau ist am Freitag gegen den EC Bad Nauheim. Am Sonntag gilt es dann noch einmal alles zu geben, um in Freiburg zu punkten. Alles rund um die Füchse erfahren sie auf www.lausitzer-fuechse.de.

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Autor

Elvira Minack

Nachdem ich über 30 Jahre als Pressesprecherin und verantwortliche Redakteurin in Ostbrandenburg und in Franken gearbeitet habe, kam ich 2009 ins Unternehmen. Seit dem Herbst 2017 arbeite ich in der externen Kommunikation. 

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