13.11.2020

Aufsteller wie diese erinnern beim Betreten der Betriebstätten an die Verhaltensregeln, Foto: LEAG

Auch als über den Sommer in Deutschland und der Lausitz die Zahl der neuen Corona-Infektionen zurückging, blieb die LEAG-Belegschaft in den Tagebauen und Kraftwerken der Lausitz und in Mitteldeutschland wachsam. Die Vorsichtsmaßnahmen von Abstandsregel bis Maskenpflicht wurden nicht gelockert, der Besucherverkehr blieb auf die Infozentren in den Kraftwerken beschränkt. Diese Konsequenz hat sich ausgezahlt. Lange blieb das Unternehmen mit seinen versorgungswichtigen Anlagen so gut wie Corona-frei und das Virus vor dem Betriebstor. Doch auch die zweite Welle draußen zu halten, um die Kohleförderung und Energieerzeugung jederzeit personell absichern zu können, das gestaltet sich diesmal ungleich schwieriger.

2. November bis 8. November 2020: In der ersten Woche des so genannten kleinen Lockdowns muss auch die LEAG feststellen, dass sie von Corona-Infektionen deutlich mehr betroffen ist als im Frühjahr. Am 6. November sind 36 von Infektionen betroffene Mitarbeiter zu verzeichnen. Noch mehr sind als Kontaktpersonen identifiziert. Insgesamt sind 106 Kollegen auf behördliche Anordnung in Quarantäne geschickt worden, außerdem 105 weitere vorsorglich von ihrem jeweiligen Betriebsleiter in die betriebliche Freistellung.

Feststellen lässt sich aber auch: Kaum einer der zu diesem Zeitpunkt an Covid 19 erkrankten Kollegen hat sich direkt am Arbeitsplatz angesteckt, sondern vorwiegend in der Familie oder in der Freizeit. „In dem einen Fall, wo das Virus doch von außen in einen unserer Tagebaue hineingetragen worden war, haben wir es sehr schnell geschafft, die Infektionskette zu isolieren, so dass eine weitere Ausbreitung gestoppt wurde“, berichtet LEAG-Personalvorstand Jörg Waniek.  Der Betrieb in den Tagebau- und Kraftwerksanlagen kann normal weiterlaufen. Auch die Ausbildung in den Ausbildungsstätten läuft vorerst weiter. Mit einer Ausnahme: die Ausbildungsstätte in Lippendorf muss wegen eines positiv getesteten Corona-Falles geschlossen werden.

Theresa Baumann, Meisterin Instandhaltung Anlagentechnik, kontrolliert mit Rene Müller das Antriebsaggregat der Kohlemühle R1 Block R im Kraftwerk Lippendorf, Foto: LEAG

Das Risiko personeller Engpässe steigt

Digitale Arbeit: Arbeitsdirektor Jörg Waniek auf der virtuellen Pressekonferenz mit der DB zur künftigen Kooperation, Foto: LEAG

Dennoch warnt Personalvorstand Jörg Waniek: „Wenn sich die Infektionszahlen in dem Ausmaß weiterentwickeln, das wir jetzt sehen, besteht das Risiko, dass es in der Produktion mit der personellen Besetzung der Schichten eng wird. Die betroffenen Anlagen könnten dann zumindest zeitweise nicht mehr betrieben werden. Es kommt also auf jeden unserer 7700 Mitarbeiter und sein umsichtiges Verhalten nicht nur im Betrieb sondern auch im privaten Umfeld an. Davon hängt nicht weniger als die sichere Strom- und Wärmeversorgung in unserem Land ab, und ich weiß: Dieser Verantwortung sind sich unsere Kolleginnen und Kollegen sehr bewusst.“

Auf die im Notfall möglicherweise erforderliche Isolierung der so genannten Schlüsselpersonale, ohne die beispielsweise ein Kraftwerk nicht betrieben werden kann, ist man bei der LEAG vorbereitet. Wie im Frühjahr wird bereits jetzt darauf geachtet, dass die Schichtbesetzung in den kritischen Bereichen – also etwa in den Leitwarten, aber auch bei der Werkfeuerwehr – möglichst homogen und konstant bleibt und sich nicht mit anderen Schichten mischt. Beim ersten Anzeichen einer Infektion in einer Schicht, können in den Betrieben auch Notunterkünfte eingerichtet werden. Dann würden die Mitarbeiter der verbliebenen coronafreien Schichten in ihrem Betrieb bleiben und sich miteinander abwechseln – Kontakte und Infektionsrisiken von außen würden so unterbunden.

Auch unsere Auszubildenden tragen Maske im Arbeitsalltag, Foto: LEAG

Die Maske gehört zur Arbeitsbekleidung

Überall auf den Betriebsgelände erinnern Hinweise an die Verhaltensregeln unter der Corona-Pandemie, Foto: LEAG

Als hilfreich wirkt sich aus, dass die Vorsorgemaßnahmen für das Unternehmen mit all seinen Betriebsteilen schon Wochen vor dem Lockdown verschärft worden sind. Jeder Mitarbeiter kann sie im Intranet finden und weiß, was er zu beachten hat, beispielsweise die unbedingte Maskenpflicht. Egal ob im Kraftwerk, im Tagebau oder in der Verwaltung: Der Mund-Nase-Schutz wird bis auf Weiteres fester Bestandteil der Arbeitsbekleidung. Das gilt unabhängig von den ebenfalls geltenden Abstandregeln in allen geschlossenen Bereichen des Betriebsgeländes, auf Fluren oder in Fahrstühlen. Es gilt aber darüber hinaus auch im Freien, nämlich dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, also etwa in Fahrzeugen. Damit alle Mitarbeiter das auch umsetzen können, hatte die LEAG bereits vorsorglich größere Mengen an Ein- und Mehrwegmasken beschafft.

In den Büros, auch das eine Vorgabe der Unternehmenskrisenstabes, dürfen sich nicht mehr als zwei Mitarbeiter gleichzeitig aufhalten. Wo möglich, soll dem mobilen Arbeiten von Zuhause aus der Vorzug gegeben werden. An Telefon- oder Videokonferenzen anstelle der früher üblichen Präsenztreffen hat man sich im Unternehmen ohnehin inzwischen gewöhnt. Und selbst öffentliche Veranstaltungen werden nun kurzerhand ins Internet verlegt: In der ersten Lockdown-Woche absolvierte die LEAG erfolgreich ihre erste vollständig virtuelle Pressekonferenz gemeinsam mit der Deutschen Bahn.

 

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Digitaler Schub für LEAG Ausbildung in Corona-Zeiten vom 19.5.2020
LEAG-Mitarbeiter halten Stellung gegen Corona vom 9.4.2020
Warmgehalten – LEAG sichert Fernwärmeversorgung trotz Corona-Krise vom 2.4.2020
Für sichere Energieversorgung – Corona muss draußen bleiben vom 23.3.2020. ff

 

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Autor

Thoralf Schirmer

Nachdem ich 20 Jahre als Lokaljournalist in der Lausitz gearbeitet habe, kam ich 2011 als Pressesprecher ins Unternehmen. Seitdem begleite ich alle Themen aus der Region zusammen mit meinem Team.

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