Ausbildung: Wie läuft die Bewerbung während der Corona-Pandemie?

23.04.2021

Gino Kleinfeld ist seit August 2021 in der Ausbildung zum Mechatroniker bei der LEAG, Foto: privat

Abschluss unter Corona-Bedingungen und noch kein Ausbildungsplatz? Die Pandemie stellt die Schulabgänger*innen vor massive Herausforderungen. Nicht nur in der Lausitz. Die LEAG ist einer der größten Ausbilder der Region – und schafft zusammen mit enviaM, E.DIS und der Deutschen Bahn weitere Perspektiven für die Ausbildung in der Region. Gute Aussichten also für den Start in das Berufsleben. Doch wie läuft eine Bewerbung unter Corona-Bedingungen?

Gino Kleinfeld kennt die Situation. Der 20-Jährige hat sich im letzten Sommer für eine Ausbildung zum Mechatroniker bei der LEAG beworben. Corona hat bereits vor der Bewerbung seine Planungen durcheinandergebracht. Kleinfeld war nach seinem Schulabschluss für ein Jahr nach Neuseeland aufgebrochen. „Doch leider musste ich bereits nach 6 Monaten aufgrund der Pandemie zurück.“ Zuhause in der Lausitz drängte dann die Zeit. „Die Bewerbungsfristen waren schon fast abgelaufen.“

Empehlungen nachgehen

Aufgrund von Empfehlungen bewarb sich Kleinfeld bei der LEAG. „Freunde, Familienmitglieder und Mitschüler, die bereits dort in der Ausbildung sind oder dort arbeiten, haben mir nur Positives berichtet. Auch das Rahmenprogramm stimmt. Die LEAG ist einfach in der Region die beste Wahl, wenn man eine gute Ausbildung haben möchte.“ Seine persönliche Sicht wird durch das Siegel der IHK Cottbus für exzellente Ausbildung unterstrichen. Doch welche Richtung soll es sein?  Sechs gewerblich-technische, eine kaufmännische Ausbildung sowie zwei Duale Studiengänge stehen bei der LEAG zur Wahl.

Unser Ausbidungsberufe sind im gewerblich technischen Bereich: 

Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)
Industriemechaniker (m/w/d)
Mechatroniker (m/w/d)
Eisenbahner im Betriebsdienst (m/w/d)
Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

 

im kaufmännischen: 

Industriekaufmann (m/w/d)

 

und beim Dualen Studium:

Bachelor of Arts (m/w/d), Studiengang Betriebswirtschaftslehre
Bachelor of Science (m/w/d), Fachrichtung Informatik

Auswahl treffen und bewerben – egal ob analog oder digital

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Via Youtube stellen Auszubildende der LEAG ihre Ausbildung zum Mechatroniker vor

Gino Kleinfeld hat sich für eine Ausbildung zum Mechatroniker entschieden. Hier stehen gleich drei Fachgebiete im Mittelpunkt: Mechanik, Elektronik und Informatik. „Die Ausbildung ist breit gefächert, das ist als Erstausbildung optimal. Später kann man sich gut spezialisieren, um sich weiter zu entwickeln.“  Die Bewerbung schickte Kleinfelds traditionell analog per Post an Petra Brenner, die sich bei der LEAG im Bereich Personal um die Bewerbungen für die Ausbildung kümmert. „Der Kontakt steht auf der Website, über die man sich auch digital bewerben kann.“ Für alle weiteren Fragen finden sich dort auch Antworten z. B. zu der Form der Bewerbung, ihren Inhalten, dem künftigen Ausbildungsgehalt, dem Urlaubsanspruch und vielem mehr.

Egal ob digital oder analog: alle Unterlagen sollten eine saubere, ansprechende Form haben und gut lesbar sein. Zu den Unterlagen gehören bei uns: ein kurzes Anschreiben, ein vollständiger, tabellarischer Lebenslauf, Kopien der beiden letzten Schulzeugnisse bzw. des Abschlusszeugnisses der Schule (Abitur oder Mittlerer Schulabschluss) und ggf. Kopien weiterer Bescheinigungen (z.B. Praktika).

Corona begrenzt Kontakt – das digitale Bewerbungsgespräch

Zeitnah kam die Einladung für Gino Kleinfeld zum Bewerbungsgespräch – allerdings digital. Da aufgrund der Corona-Pandemie keine Bewerbungsgespräche vor Ort möglich waren, führen Ausbilder, Mitbestimmung und Personaler der LEAG die Bewerbungsgespräche seit letztem Jahr meist per Videokonferenz durch. „In der Einladung habe ich den Link für die Konferenz inklusive einer Anleitung bekommen. Vorab habe ich mir das notwendige Programm dazu heruntergeladen und konnte dann dem Raum betreten – das war unkompliziert“, so Kleinfeld. Das digitale Format hat ihm sogar geholfen, seine Nervosität zu kontrollieren: „Ich war im gewohnten Umfeld. Wenn man erst irgendwo hinfahren muss und die Räumlichkeiten nicht kennt, dann ist man per se nervös. Vor dem Bildschirm habe ich mich sicherer gefühlt.“ 

In Jänschwalde befindet sich die Ausbildungsstätte von Gino Kleinfeld, hier findet ein Großteil der Ausbildungslehrgänge statt, Foto: LEAG

Wie läuft das Bewerbungsgespräch per Videokonferenz?

„Das Gespräch war angenehm. Zunächst haben sich alle vorgestellt, gesagt, wer sie sind und was sie machen“, erinnert sich Kleinfeld. Mit dabei waren der Betriebsrat, ein Ausbilder und die Personalerin Petra Brenner, die Regie geführt hat. „Ich habe mich ebenfalls vorgestellt, erzählt woher ich komme und warum ich mich bewerbe“, so Kleinfeld. „Der Ausbilder hat mir dann einige technischen Fragen gestellt, zum Beispiel Materialien oder Teile gezeigt und mich gefragt, was dies sei. Einige Dinge konnte ich über den Bildschirm nicht richtig erkennen, das war definitiv ein Nachteil. Aber das war o.k. Da ich mich in der Schule mit den Grundthemen beschäftigt habe, konnte ich auch den Großteil der Fragen beantworten.“ Er rät, sich vorab schon über die Inhalte der Ausbildung zu informieren. „Dann kann nicht viel schiefgehen.“  

Unser Tipp:

 

Wer dabei einen guten Eindruck hinterlassen will, sollte sichergehen, dass die Technik problemlos funktioniert, damit der Termin pünktlich startet. Außerdem ist es immer ein Pluspunkt, wenn man sich vor der Webcam so kleidet, als befinde man sich bei einem Bewerbungsgespräch vor Ort.

Und was passiert, wenn das Netz zusammenbricht?

Auch wenn das Gespräch in gewohnter Umgebung stattfand, war Kleinfeld doch aufgeregt. „Aber die Personalerin hat mir die Aufregung genommen und auch der Betriebsrat hat mir Sicherheit vermittelt. Alles lief sehr gut. Nur das Ende kam sehr abrupt. Wir waren schon fast fertig. Es fehlte nur die Rückmeldung der Personalerin zum Gespräch. Dann ging das Gespräch irgendwie in die Brüche. Die Schlusssätze habe ich nicht mehr mitbekommen.“ Doch das war kein Drama. Petra Brenner meldete sich bei Kleinfeld per Telefon. „Sie hat mich informiert, dass es gut aussieht.“ Glück im Unglück. Aber auch wenn die Verbindung früher gekappt worden wäre, hätte es Lösungen gegeben.

Gut zu Wissen: Für alle Ausbildungsberufe ist eine Probezeit von vier Monaten festgelegt. Für das duale Studium Bachelor of Arts beträgt die Probezeit sechs Monate.

Eine Zusage, und nun?

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Via Youtube-Beitrag berichtet Lausitz TV über den Start der Auszubildenden im August 2021 und die Einführungswoche

Einige Tage später kam die Zusage der LEAG per E-Mail. „Mit Datum und Uhrzeit, wann es losgehen soll. Vorab musste ich noch zur Erstuntersuchung beim Betriebsarzt in Schwarze Pumpe. Hier gab es grünes Licht beim allgemeinem Gesundheitscheck“, erzählt Gino Kleinfeld. Am 19. August fing für ihn zusammen mit den anderen Auszubildenden der LEAG die Ausbildung an. „Durch meine Familie und Freunde wusste ich, dass es eigentlich zu Beginn eine Einführungswoche irgendwo außerhalb des Unternehmens gibt, um sich besser kennen zu lernen. Die fiel bei uns coronabedingt aus. Das fand ich sehr schade. Wir hatten nur fünf Tage vor Ort. Hier haben wir den ersten Input für die Ausbildung erhalten, die Ausbilder kennen gelernt, der Betriebsrat hat sich vorgestellt und so weiter.“ Ein volles Programm. Besonders gut in Erinnerung blieb die Besichtigung des Kraftwerks Jänschwalde, sozusagen einem der künftigen Einsatzorte. „Das war beeindruckend.“

Tarifsache: Die LEAG zahlt ihre Auszubildenden nach Tarif. Im ersten Jahr 846,83 €, im zweiten 908,74 €, im dritten   973,65 € und im vierten Ausbildungsjahr 1038,56 €, abhängig natürlich von der Ausbildungsdauer. Zudem gibt es 30 Tage Urlaub.

Ausbildungsalltag unter Corona: Mehr Theorie als Praxis

Die Praxis ist das, was die Ausbildung für Gino Kleinfeld ausmacht, aktuell ist sie leider nur eingeschränkt möglich, Foto: LEAG

Inzwischen ist mehr als ein halbes Jahr vergangen. In den ersten Wochen lief der Ausbildungsbetrieb ganz normal. „Am Arbeitsplatz konnten wir, wenn der Abstand stimmte, ohne Maske arbeiten.  Allerdings mussten wir die wieder aufsetzen, sobald wir uns vom Platz wegbewegten.“ Anfang Dezember kam der erneute Lockdown. „Da war ich zu Hause. Nur die Klassen, die sich auf die Prüfungen vorbereiten mussten, hatten Präsenzunterricht im Wechsel. Für mich war die Zeit im Homeoffice sehr lang“, so Kleinfeld.

Die Ausbildung erfolgte über eine Lernplattform. „Wir konnten zwar was machen, aber meist nur die Theorie. Die praktischen Übungen fehlten komplett. Dabei ist es das, was für mich die Ausbildung ausmacht“, erzählt der 20-jährige. „Da wir im ersten Jahr sind, werden wir laut unseren Ausbildern die Inhalte in der verbleibenden Ausbildungszeit aufholen können.“

Eine kleine Abwechslung boten die beiden Schulblöcke in der Berufsschule. „Allerdings ging es auch hier ins Homeschooling. Unsere Berufsschule liegt in Weißwasser, das ist in Sachsen. Da gelten strengere Maßnahmen als in Brandenburg. Und die Lernplattform kam erneut zum Einsatz. Leider gab es auch keine Videokonferenzen, die wir von der Ausbildung gewohnt waren.“

In der Ausbildungsstätte Jänschwald sind vielfältige Ausbildungswerkstätten und -labore eingerichtet für die verschiedenen Kurse. Aktuell wird nur jeder zweite Platz in Wechselpräsenz angesichts der Corona-Pandemieentwicklung genutzt , Foto: LEAG

Seit März wieder Ausbildung in Präsenz möglich

Inzwischen ist Kleinfelds Truppe wieder in der Ausbildungsstätte in Jänschwalde. Bereits der dritte Lehrgang läuft. Nach Steuerungstechnik in Wechselpräsenz aufgrund der begrenzten Platzanzahl, kam der Metalllehrgang. „Diese Woche machen wir Hydraulik, weil das Labor zu klein für alle auf einmal ist. Deshalb geht es wechseltägig mit halber Stärke vor Ort voran.“ Auch wenn der Corona-Alltag alles andere als normal ist, kommt Kleinfeld gut klar. Er freut sich auf den Sommer und hofft auf „normalere“ Zeiten. Dennoch: den Start bei LEAG hat er nicht bereut.

Wie lange kann man sich bei der LEAG bewerben?

 

Die Bewerbungsfrist endet, wenn alle freien Stellen durch geeignete Bewerber besetzt sind und die Stelle nicht mehr veröffentlicht ist.

An den Start zur Ausbildung bei der LEAG

Neugierig geworden? Für das 1. Ausbildungsjahr 21/22, das am 16. August 2021 beginnt, sind vor allem noch Stellen für den Ausbildungsberuf des Mechatronikers (m/w/d) und des Elektronikers für Betriebstechnik (m/w/d) frei. Bei den Mechatronikern (m/w/d) besteht auch die Möglichkeit, eine unternehmensübergreifende Ausbildung für E.DIS, enviaM oder die Deutsche Bahn zu machen.

Ab dem Sommer suchen wir dann wieder junge Leute für alle unsere Ausbildungsberufe und Dualen Studiengänge. Infos zu Berufen und Ausbildungsstandorten sowie Bewerbungstipps u.v.m. unter: leag.de/ausbildung. Einfach mit bewerben!

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Autor

Daniela Hertzer

Meine berufliche Wiege stand in Brunsbüttel, genauer im dortigen Kernkraftwerk. Von da ging es stromaufwärts über Hamburg und Berlin in die Lausitz. Seit Beginn dieses Jahrtausends arbeite ich in der Unternehmenskommunikation: erst analog, jetzt digital. Mein Antrieb ist die Neugierde und der Spaß am Ausprobieren. Und ich bin ein großer Fan der Sesamstraße. In diesem Sinne: ... 1000 tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen, manchmal muss man fragen, um sie zu verstehen....

 

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