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Interview mit Kameramann Andreas Höfer

Der Kameramann Andreas Höfer erwarb sein Diplom an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Seit 1990 arbeitete er oft mit Regisseur Andreas Dresen zusammen, mit dem er in Babelsberg gemeinsam studierte. Auch für den Gundermann-Film, der im August 2018 in die Kinos kommt, stand er hinter der Kamera. Begegnet ist er Gerhard Gundermann aber bereits 1988.

Kameramann Andreas Höfer

Sie haben 1988 im Tagebau Spreetal mit Gerhard Gundermann gearbeitet. Wie kam es dazu?

Als Studenten mussten wir oft kleinere Übungen machen. Gundermann brachte damals seine erste Platte bei Amiga heraus. Ich hatte mir überlegt, ein Lied daraus zu bebildern -  „Das traurige Lied vom sonst immer lachenden Flugzeug“.
 

Wie sind Sie zusammen gekommen?

Damals schrieb man ja noch Briefe. Also habe ich ihm geschrieben. Und zu meiner Überraschung ging alles ganz einfach. Er hat mich für zwei Tage eingeladen. Ich konnte sogar bei ihm zu Hause wohnen. Er war sehr freundlich und unkompliziert. Das hat mich überrascht, schließlich war er damals schon berühmt.
 

Mit welchen Erwartungen sind Sie nun nach fast 30 Jahren in die Dreharbeiten gegangen?

Mit sehr hohen Erwartungen, weil der Film sehr nah an der eigenen Geschichte ist und unsere Sicht auf die Dinge und die Zeit die von damals sein wird. Da möchte man möglichst viele erreichen. Gundermann und seine Lieder sind vielen unbekannt. Das ist doch schade.
 

Gedreht wurde im Tagebau Nochten, damals waren Sie in Spreetal.  Kamen dennoch Erinnerungen hoch?

Auf jeden Fall. Die Bagger sehen ja im Wesentlichen auch noch aus wie früher. Als wir im Tagebau Nochten drehten, verdoppelte sich unser Drehstab im Prinzip durch die unzähligen Helfer, die Mitarbeiter der LEAG, ohne die wir die Dreharbeiten in der Grube weder praktisch noch logistisch hätten bewältigen können. Wir arbeiteten Hand in Hand, als ob wir uns schon lange kannten. Freundlich und hilfsbereit - genau wie Gundermann damals.

"Wir arbeiteten Hand in Hand, als ob wir uns schon lange kannten. Freundlich und hilfsbereit - genau wie Gundermann damals."