Im Zweitberuf lieber etwas Handwerkliches machen

 

Daniela Blümel, 29 Jahre, erzählt von ihrer Ausbildung zur Mechatronikerin

 

Daniela Blümel Azubi

Die Ausbildung zur Mechatronikerin ist meine zweite Ausbildung. Vor 13 Jahren, nach der zehnten Klasse, habe ich Kauffrau im Einzelhandel gelernt. Bis 2012 habe ich in diesem Beruf auch gearbeitet. Aber das war einfach nichts für mich. Ich bin eher der handwerkliche Typ. Doch erst nach der Geburt meiner Tochter im Jahr 2012 hatte ich den Mut und den Ansporn, etwas Neues zu beginnen.

In den zehn Monaten Elternzeit habe ich mir selbst das Programmieren beigebracht und dann auch als Programmiererin gearbeitet. In dem Unternehmen habe ich mich jedoch nicht wohl gefühlt und musste irgendwann die Reißleine ziehen. Leider gibt es kaum Angebote für Programmierer in der Region.

Doch untätig zu Hause sitzen oder zurückkehren in eine Tätigkeit, die mir keine Freude machte – das kam für mich nicht infrage. Ich ließ mich beraten und entschied mich schließlich für den Beruf der Mechatronikerin, weil ich mich neben dem Programmieren auch für Elektrik interessiere.

Um ganz ehrlich zu sein, ursprünglich wollte ich nicht noch mal als Azubi die Schulbank drücken, sondern hätte mich lieber zur Mechatronikerin umschulen lassen. Aber das ging bei der LEAG leider nicht. Als man mir im Bewerbungsgespräch dann die Ausbildungsstelle anbot, habe ich die Chance ergriffen und noch mal ganz von vorne angefangen. Verrückt, mit 29! Nach dem ersten Lehrjahr weiß ich, das war richtig so. In meiner Klasse – wir sind elf Auszubildende – fühle ich mich sehr wohl. Der Altersunterschied macht sich lediglich bei den Gesprächsthemen bemerkbar. Doch ich sehe das gelassen – so bleibe ich bei „Jugendthemen“ auf dem Laufenden.

Die Ausbildung ist sehr gut und nicht zu vergleichen mit der im Einzelhandel. In der Ausbildungsstätte in Jänschwalde erlerne ich alles in der Praxis, das gefällt mir ausgezeichnet. In der Berufsschule kann ich meine Kenntnisse vor allem vertiefen.

Ich habe das Glück, dass ich eine schnelle Auffassungsgabe habe und möchte unbedingt vorzeitig auslernen. Im Moment sieht das gut aus. Ich hoffe sehr, dass die LEAG mich nach der Ausbildung übernimmt. Wenn ich dann noch einen Arbeitsplatz in Normalschicht bekäme, damit ich genügend Zeit für meine Tochter Lisa habe, wäre das wunderbar.