In der besinnlichen Zeit an Andere denken

21.12.2018

Weihnachten und der Jahreswechsel sind die Wochen im Jahr, in denen wir uns Zeit nehmen, uns zu besinnen, Bilanz zu ziehen, nach vorne zu schauen. Es sind auch die Wochen, in denen wir öfter als sonst an andere Menschen denken. Allgegenwärtig sind Spendenaktionen in den Medien. Auch bei der LEAG gibt es traditionelle Aktionen wie den Weihnachtswunschbaum, der 2018 bereits zum zehnten Mal aufgestellt wurde, oder das Plätzchenbacken der Kraftwerker aus Boxberg gemeinsam mit den Kindern der dortigen Grundschule.      

Weniger im Gespräch sind die zahlreichen Engagements einzelner Kollegen in ihren Heimatorten. Nehmen wir Marco Jainsch. Der 32-Jährige arbeitet als Controller für den Tagebau Jänschwalde. Zu Hause ist er in der Gemeinde Schleife, wo er auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist. Das Weihnachtsfest beginnt für ihn am 21. Dezember mit der Feier für die Fünf- bis Achtjährigen der Schleifer Kinderfeuerwehr. Gemeinsam werden sie Pizza backen und basteln. Er habe damals im Herbst 2017 sofort zugesagt, als man ihn fragte, ob er sich vorstellen könne, eine Kinderfeuerwehr ins Leben zu rufen und zu leiten. „Es macht mir große Freude, mit den Kindern zu lernen, zu üben, aber auch zu spielen und zu sehen, wie sie sich in dem Jahr entwickelt haben. Die ersten zehn der 31 Kinder sind schon in die Jugendfeuerwehr befördert worden. Das hat unser Bürgermeister persönlich gemacht“, erzählt er mir.

Mit fairem Handel Erzeuger unterstützen

In Schleife kommt der Weihnachtsmann mit dem Feuerwehrauto, Foto: LEAG

Einmal in der Woche – am Freitagnachmittag – ist „Dienst“ bei der Kinderfeuerwehr. Die Kleinen wissen inzwischen, wie man einen Notruf absetzt und woher man im Notfall Hilfe bekommt. Sie können Verbände und Pflaster anlegen und haben genau wie die Erwachsenen einen Dienstplan. Mit Letzterem will Jainsch ihnen Pflichtgefühl und Pünktlichkeit vermitteln. Die Kinder, obwohl noch so jung, verstünden schon, dass man als Feuerwehrmitglied etwas für andere Menschen tut.  

Für andere Menschen ist auch Andreas Holtz-Hofmann von der GMB GmbH da. Die sind aber nicht so einfach greifbar und nah. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, darauf aufmerksam zu machen, dass viele Menschen in der sogenannten Dritten Welt nicht von ihrer Arbeit leben können. Und er tut auch etwas dagegen. Zweimal in der Woche sei er „nach der Arbeit auf der Arbeit“, erzählt er mir. Er meint damit den „Eine Welt Laden“ in der Straße der Jugend in Cottbus. 1990 hat er den Laden mit Gleichgesinnten gegründet, weil ihm genau dieser Widerspruch aufgefallen war. Leider sei das auch heute noch genauso – viele Produkte werden verramscht, vor allem Mode. Mit dem fairen Handel, den er und seine Mitstreiter sich auf die Fahne geschrieben haben, ist es möglich, den Erzeugern die Preise für ihre hochwertigen Produkte zu zahlen, die sie Wert sind. Sie liegen meist 20 bis 30 Prozent über den lokalen Marktpreisen und sichern den Arbeitern ihre Existenz und ein menschenwürdiges Leben. Zudem – und das ist für Holtz-Hofmann ebenso wichtig – wird das Geld für soziale und ökologische Projekte, Bildungsprogramme und zur Verbesserung der Infrastruktur verwendet.

Kraftwerker erfüllen Kinderwünsche

Die Auswahl im Eine Welt Laden in Cottbus ist groß. Andreas Holtz-Hofmann und seine Mitstreiter wollen Produzenten ihre Existenz sichern, Foto: LEAG

Zu den angebotenen Produkten gehören Lebensmittel wie Kaffee, Tee oder Nüsse ebenso wie Kunsthandwerk. In der Weihnachtszeit findet man im Laden selbstredend Produkte, mit denen man sein Zuhause in weihnachtliche Stimmung versetzen kann und wunderschöne Dinge zum Verschenken, wie zum Beispiel Schmuck. „Wer bei uns einkauft“, ist der IT-Spezialist überzeugt, „übt praktische Solidarität mit benachteiligten Produzenten und tut damit etwas gegen den Hunger.“ Man nutze den Laden auch zur Information und Kommunikation und wolle Denkanstöße geben. Die Frage sei ganz einfach: Warum kaufe ich was und wo kaufe ich das? Jeder von uns habe die Wahl. 

Die Wahl zu haben. Das scheint im reichen Deutschland selbstverständlich. Aber es gibt auch Menschen, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat. Oftmals sind es Kinder. Ihnen zu Weihnachten Wünsche zu erfüllen, haben sich eine große Zahl von LEAG-Mitarbeitern auf die Fahne geschrieben. Stellvertretend für alle möchte ich hier Katrin Mann vom Instandhaltungsmanagement im Kraftwerk Schwarze Pumpe nennen. Sie organisiert im Kraftwerk bereits im siebten Jahr die Kinder-Weihnachtswunsch-Aktion.

40 Päckchen konnte Katrin Mann aus dem Kraftwerk Schwarze Pumpe in diesem Jahr packen und damit Kinder aus Hoyerswerda erfreuen, Foto: LEAG

Jährlich im Wechsel können Kinder aus dem AWO Kinder- und Jugendzentrum Hoyerswerda und dem Albert-Schweitzer-Familienwerk ihre Wunschzettel bei ihr abgeben. Parallel dazu sammeln die Mitarbeiter im Kraftwerk Geld. Mit diesem Geld kauft Mann die Geschenke und packt sie ein. 40 Päckchen sind es in diesem Jahr geworden. Natürlich sei das alles aufwändig, räumt die Lausitzerin ein, aber für sie gäbe es keine Option aufzuhören. „Über die Jahre habe ich Kontakte aufgebaut – auch zu einzelnen Kindern und Familien“, erzählt sie mir und erwähnt drei Kinder, die sie kennt, seitdem das Jüngste ein Jahr alt war. Inzwischen gehe es in die zweite Klasse. 

Den Nachwuchs im Verein unterstützen

Marcel Molch kümmert sich in seinem Sportverein um den Nachwuchs. Dazu gehört es auch, einmal im Jahr der Weihnachtsmann zu sein, Foto: FSV Spremberg

„Die Spendensummen steigen von Jahr zu Jahr“, erzählt Mann und ich kann ihr ansehen, dass sie das sehr anrührt. Inzwischen können mit dem Geld nicht nur alle Wünsche erfüllt werden. Kraftwerksleiter Oliver Stenzel kann den jeweiligen Einrichtungen zusätzlich einen Scheck übergeben. Im vergangenen Jahr – weiß Mann – haben die Kinder davon einen Ausflug in den Leipziger Zoo gemacht. Übergeben wurden die Geschenke im Übrigen auf einer Weihnachtsfeier am Nikolaustag im Kraftwerk.

Geschenke an Kinder übergeben hat auch Marcel Molch, Betriebsratsvorsitzender bei der TSS GmbH, als Weihnachtsmann in seinem Sportverein FSV Spremberg. Seit vier Jahren kümmert sich der Abteilungsleiter der Sektion Fußball vor allem um den Nachwuchs im Verein, weil er es wichtig findet, Kindern vernünftige Freizeitmöglichkeiten anzubieten. Im Jahr 2017 hat der Verein auch Flüchtlinge aufgenommen. Sie sind inzwischen ganz normal in den Spielbetrieb integriert.

Als Migrantin anderen Migranten helfen

Selbst Migrantin ist es für Adeline Abimnwi Awemo selbstverständlich andere Migranten zu unterstützen, Foto: Andreas Franke für LEAG

Molch ist sicher, Sport verbindet. Das sei auch in Spremberg so. Und er betont: „Die Integration von Flüchtlingen ist für uns ganz normaler Alltag. Unser Verein ist ein offener Anlaufpunkt für Kinder und Erwachsene aller Religionen und Herkunftsländer.“

Um Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunftsländer kümmert sich auch der neu gegründete Migrationsbeirat der Stadt Cottbus. Dort wirkt die promovierte Umweltspezialistin aus Kamerun Adeline Abimnwi Awemo mit. Selbst Migrantin findet sie es selbstverständlich, hier dabei zu sein. Als sie nach Cottbus kam, hatte sie das Glück, dass sich die Familie Schirmer um sie kümmerte. Sie erinnert sich: „Man hat so viele Fragen, wenn man in ein fremdes Land mit einer fremden Kultur kommt. Ich habe von ihnen viel gelernt. Sie sind meine Eltern.“ Heute sei sie in der Lage, anderen zu helfen und das mache sie gern. Bereits im Jahr 2015 hat sie den Deutsch-Afrikanischen Verein in Cottbus gegründet. Er hat 20 Mitglieder – je zur Hälfte Deutsche und Afrikaner. In der Vorweihnachtszeit treffen sie sich, sprechen über die verschiedenen Kulturen und tauschen sich darüber aus, welche Geschenke z.B. für Kinder das Richtige sind.

 

In der Hoffnung, dass Sie für all Ihre Lieben die richtigen Geschenke gefunden haben verabschiedet sich der Seitenblick für 2018 von Ihnen. Wir wünschen Ihnen allen erholsame und friedliche Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2019.

 

 

Bildergalerie

100 Wunschzettel hingen in diesem Jahr am Wunschbaum in der LEAG-Hauptverwaltung in Cottbus. Alle wurden „gepflückt“. Michaela Klaucke, Elke Friedrich und Manuela Stelling brachten die Geschenke zu den Kindern der GWPO Cottbus, der miteinander GmbH Cottbus und der StattRand gGmbH in Weißwasser, Foto: LEAG
Kinder der Grundschule in Boxberg haben gemeinsam mit Kraftwerkern Plätzchen gebacken, die dort inzwischen auch verkauft wurden. Der Erlös hilft der Schule dabei, eine neue interaktive Tafel anzuschaffen, Foto: LEAG
Auch im Eine Welt Laden in Cottbus ist alles auf Weihnachten eingestellt, Foto: LEAG
Erstmals in diesem Jahr war Betriebsrat Ingo Rosmej beim Plätzchenbacken im Kraftwerk Boxberg dabei. Seine Aufgabe: Teig kneten und die Plätzchenpresse bedienen. Das hat ihm nicht nur großen Spaß gemacht. Er findet die Aktion sei eine gute Sache, denn vom Erlös des Plätzchenverkaufs kann sich die Schule Projekte ermöglichen, für die sonst kein Geld da ist, Foto: Joachim Rehle
Die Kinder aus dem AWO Kinder- und Jugendzentrum in Hoyerswerda sind zur Weihnachtsfeier im Kraftwerk Schwarze Pumpe, Foto: LEAG
Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein. Die Feuerwehrkinder aus Schleife üben sich in erster Hilfe, Foto: LEAG

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Autor

Elvira Minack

Nachdem ich über 30 Jahre als Pressesprecherin und verantwortliche Redakteurin in Ostbrandenburg und in Franken gearbeitet habe, kam ich 2009 ins Unternehmen. Seit dem Herbst 2017 arbeite ich in der externen Kommunikation. 

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