26.11.2018

Bergbau und Stromerzeugung haben einen langfristigen Planungshorizont – Genehmigungsverfahren und Rekultivierung eingeschlossen. Mit dem Lausitzer Revierkonzept stellt sich die LEAG der hohen Verantwortung.

Annähernd jede zehnte Kilowattstunde Strom, die in Deutschland verbraucht wird, stammt aus einem Kraftwerk der LEAG. Durch den Atomausstieg bis 2022 drohen Kapazitätslücken in der deutschen Energieversorgung. Erneuerbare Energie ist noch nicht im großen Maßstab speicherfähig. Braunkohle bleibt für den Übergangszeitraum der einzige heimische grundlastfähige Energieträger. Beschäftigung, Wertschöpfung, Förderung – die Energiestandorte der Region sind ein integraler Bestandteil der regionalen Strukturen. Mitarbeiter, Kommunen und Auftragnehmer verlangen eine verlässliche, langfristige Strategie als Basis für ihre eigene Geschäfts- und Lebensplanung.

Grundlegende Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen

Mit dem Revierkonzept hat die LEAG gleich zu Beginn der unternehmerischen Tätigkeit 2017 eine grundlegende Entscheidung getroffen. Das Unternehmen verzichtet damit auf die Entwicklung dreier bergbaulicher Zukunftsfelder sowie auf einen Teilinhalt des Abbaugebietes II des Tagebaus Nochten. In Summe werden dadurch rund 850 Millionen Tonnen Rohbraunkohle nicht mehr in Anspruch genommen. Die weiterhin in Planung und Genehmigung befindliche Kohlemenge beträgt rund 1,2 Milliarden Tonnen. 

Bis heute wurden bereits 8.000 Hektar Lausitzer Land zu attraktiven Erholungs-, Forst- und landwirtschaftlichen Nutzflächen rekultiviert. Finanzielle Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen sind Bestandteil der langfristigen Bergbauplanung.

Die Tagungen der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung begleiteten Gewerkschafter und Beschäftigte aus den Revieren, so auch am 26. November vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin, Foto: LEAG

Revierkonzept ist kompatibel mit Klimaschutzverpflichtungen

 

Nach den dramatischen Strukturbrüchen der Wendezeit hat sich die ostdeutsche Braunkohlewirtschaft in den vergangenen 25 Jahren beispielhaft erneuert. Heute ist sie ein hochmoderner, durchdigitalisierter Industriezweig.

Helmar Rendez, Foto: LEAG

Der Weg dahin hat Zehntausende ihre Arbeitsplätze gekostet. Komplette Industriezweige sind zusammengebrochen. „Allein dieser schmerzhafte Prozess bringt Deutschland überhaupt in die Nähe seiner eigenen CO2-Reduktionsziele“, betont Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der LEAG.

Trotzdem habe die Bundesregierung den Druck auf die Lausitz erhöht. In Jänschwalde sei bereits ein Block in die Sicherheitsbereitschaft überführt, ein weiterer werde 2019 folgen. „Wieder zahlt die Lausitz dafür mit einer rückläufigen Wertschöpfung und mit dem Verlust von 600 Industriearbeitsplätzen“, führt er an.

Anlegekante für den Wandel

Das Revierkonzept sei auch vollständig kompatibel mit Deutschlands internationalen Klimaschutzverpflichtungen, betont Rendez. Es sei die Anlegekante. „Hat unser Revierkonzept Bestand, können wir der Region weiterhin engagiert zur Seite stehen und mit all unseren Möglichkeiten zur Strukturentwicklung beitragen.“

Die Herausforderungen des Strukturwandels in der Lausitz vergleicht er mit dem Umbau eines großen Hauses, in dem die Menschen auch während der Bauarbeiten leben müssen. „Die Strukturkommission hat keine geringere Aufgabe als dafür Sorge zu tragen, dass mitten im Umbau dieses Hauses die tragenden Wände nicht eingerissen werden.“

 

 

 

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Bildergalerie

Unser Covermodel der Carbon, Karsten „Bongsel“ Hauch, arbeitet seit 36 Jahren im Tagebau Welzow-Süd. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Für Symbolpolitik haben wir keine Zeit“, sagt Marco Allner, der im Grubenbetrieb eingesetzt ist. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Jede Woche telefoniere ich mit Menschen, die den Weg in ihre alte Heimat suchen“, erklärt Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister der Stadt Weißwasser und Sprecher der Lausitzrunde. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Die Lausitz ist eine Energieregion, das soll sie auch bleiben“, sagt der Lausitzbeauftragte der brandenburgischen Landesregierung Dr. Klaus Freytag. Foto: Andreas Franke für LEAG
Dr. rer. nat. Adeline Abimwi Wemo, kurz Abim, kam mit 24 Jahren nach Cottbus und arbeitet seit zwei Jahren bei LEAG. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Ich wünsche mir für meine Töchter, dass sie sich frei entwickeln und so selbstbestimmt leben können wie ich.“ Foto: Andreas Franke für LEAG
Familie Knorr: Drei Generationen Lausitzer Bergbau unter sich. Foto: Andreas Franke für LEAG
Marion Knorr studierte Markscheidewesen in Freiberg. Foto: Andreas Franke für LEAG
Ihr Vater Rudi Mitschke war 34 Jahre „in der Kohle“ tätig.
 Foto: Andreas Franke für LEAG
Der jüngste im Familienbunde: Peter Knorr studierte ebenfalls in Freiberg. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Niemals aufgeben, immer weiterkämpfen“, Ricardo Weich, Dispatcher in der Ver- und Entsorgung im Kraftwerk Jänschwalde. Foto: Andreas Franke für LEAG
Michaela Vogel gehört zu den 15 Prozent der weiblichen Führungskräfte bei LEAG.
 Foto: Andreas Franke für LEAG
Seit 2018 leitet sie den Bereich Fördertechnik und Bau mit 26 Mitarbeitern an vier Standorten. Foto: Andreas Franke für LEAG
Willkommen in Commerau: In dem 250-Seelen Ort leben viele Einwohner direkt oder indirekt von der Kohle. Foto: Andreas Franke für LEAG
So wie Uwe Katscher: „Dank Tarifgehältern können die für diesen Landstrich typischen Dreiseitenhöfe erhalten bleiben.“ Foto: Andreas Franke für LEAG
Sein Neffe Michael Katscher ist Lokführer bei LEAG und Vater der Zwillinge Emma und Frieda. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Die Lausitz nach der Braunkohle wird immer noch die Lausitz sein, aber ohne Industriejobs…
…werden die Lausitzer nicht mehr dieselben Perspektiven in ihrer Heimat haben.“ Roland Urban, Lokführer. Fotos: Andreas Franke für LEAG
„Man fühlte sich irgendwann nur noch wie eine Nummer – egal, was man für den Betrieb geleistet hat. Da braucht man als Mensch ein dickes Fell.“ Foto: Andreas Franke für LEAG
„Ich mache mir Gedanken um die Zukunft der vielen jungen Kollegen.“ Ingo Arweiler, Blockbetrieb Kraftwerk Jänschwalde. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Ich wünsche mir eine Energiepolitik, die von Sachverstand geprägt ist.“ Andreas Peter, Blockbetrieb Kraftwerk Jänschwalde. Foto: Andreas Franke für LEAG
„Wir werden doch gebraucht!“ Raupenfahrer Karsten Hauch reiste für Rückarbeiten ins 3800 Kilometer entfernte Reftinsky. Foto: Andreas Franke für LEAG
Keine Mondlandschaften: Zu 53 Prozent besteht das rekultivierte Bergbaufolgeland aus Wäldern. Thomas Lückfeldt arbeitet in der Rekultivierungsabteilung. Foto: Andreas Franke für LEAG
„In 20 Jahren bin ich immer noch im Unternehmen und spiele auch weiterhin im Fanfarenzug Großräschen.“ Nora Gundermann, Auszubildende zur Industriekauffrau. Foto: LEAG

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Autor

Daniela Hertzer

Meine berufliche Wiege stand in Brunsbüttel, genauer im dortigen Kernkraftwerk. Von da ging es stromaufwärts über Hamburg und Berlin in die Lausitz. Seit Beginn dieses Jahrtausends arbeite ich in der Unternehmenskommunikation: erst analog, jetzt digital. Mein Antrieb ist die Neugierde und der Spaß am Ausprobieren. Und ich bin ein großer Fan der Sesamstraße. In diesem Sinn: ... 1000 Tolle Sachen die gibt es überall zu sehen, manchmal muss man fragen, um sie zu verstehen....

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