10.01.2020

Genau ein halbes Jahr ist es her, dass auf dem Gelände des Kraftwerks Schwarze Pumpe der erste Spatenstich der BigBattery Lausitz gesetzt wurde. Nun, sechs Monate später, ist viel passiert und die Arbeiten nähern sich langsam dem Ende. Elf von dreizehn Batteriecontainern sind bereits installiert. Heute sollen die letzten beiden an dem Ort ihrer Bestimmung ankommen.

Sebastian Nousch (Mitte) und Karel Toman (rechts) beantworten die Fragen vor Ort, Foto: LEAG

Donnerstagvormittag, 10 Uhr. Auf dem Kraftwerksgelände Schwarze Pumpe haben sich Vertreter der Presse versammelt. In ihrer Mitte: Sebastian Nousch, Baustellenleiter der LEAG, zuständig für die Errichtung des Batteriespeichers BigBattery Lausitz.

Milde Temperaturen, gute Voraussetzungen

An seiner Seite steht Karel Toman. Er ist der Leiter der EGEM Niederlassung in Deutschland, Partnerfirma und Hauptauftragnehmer bei der Errichtung vor Ort. Während wir uns mit Warnwesten und Helmen versorgt auf den Weg zur Baustelle machen, erklärt mir Toman, dass das Wetter dem Baufortschritt gerade in die Karten spiele. „Für Januar ist es sehr mild“, stimmt Nousch ihm zu und wirft einen Blick zum wolkenverhangenen Himmel. „Der Straßen- und Wegebau auf dem Gelände steht noch an. Wenn der Boden nicht gefriert, kommen wir weiter so gut voran wie bisher.“ Das Setzen der beiden Batteriecontainer sei aber witterungsunabhängiger, fügt er noch hinzu.

Dezember 2019: Fast alle Container stehen. Zwischen den Batteriecontainern werden Brandschutzwände errichtet, Foto: Andreas Franke für LEAG

Rund 40 Mitarbeiter sind auf der Baustelle tätig, Foto: Andreas Franke für LEAG

Der finale Container reist an

Als wir die Baustelle erreichen, ist einer der beiden Batteriecontainer, welche die Batteriemodule enthalten werden, schon wie geplant eingetroffen. Der zweite Transporter rolle gerade durchs Werktor, informiert uns Nousch. Wie auf sein Stichwort fährt der LKW Sekunden später an uns vorbei. Eine kurze Besprechung und Einweisung folgt, dann sehen wir zu, wie der Container angeschlagen und auf die Baustelle gehoben wird.

Die Arbeiten verliefen gut, sagt Nousch. Auch wegen der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit EGEM und den mehr als 20 anderen Gewerken. „Es kommt immer mal zu kleinen Verzögerungen. Lieferengpässe und dergleichen, aber nichts, was sich nicht beheben lässt. Am Ende zählt das Ergebnis. Wenn wir ab März die Inbetriebsetzung vornehmen, dann kann ich wirklich sagen: Jetzt bin ich als Bauleiter mit dem Montageablauf zufrieden.“

 

1/4 Die Anlieferung ...
2/4 ... und Aufstellung des letzten Batteriecontainers ...
3/4 ... erfolgt reibungslos ...
4/4 ... und punktgenau, Fotos: LEAG

Von der Probe zum Exempel

Ein Jahr nach dem ersten Spatenstich soll die BigBattery Lausitz den Dauerbetrieb aufnehmen, Foto: Andreas Franke für LEAG

Inbetriebsetzung, das bedeute, dass beispielsweise das Licht in den Containern funktioniere oder die Klimatisierung laufe, die spätestens im Sommer dringend nötig werde, sagt Toman. „Wie bei einem Handyakku geben die Lithium-Ionen-Batterien im Betrieb Wärme ab. Um das Innere des Containers bei etwa 24 – 25°C zu halten, ist ein Kühlsystem also unerlässlich. Die Heizung wird hingegen erst nötig, wenn die Außentemperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Der benötigte Strom dafür wird über Eigenversorgung bereitgestellt“, erklärt er.

Wir sehen zu, wie der tonnenschwere Container zentimetergenau auf sein Fundament gesetzt wird. Alles hat reibungslos funktioniert. Jetzt sind alle 13 Batteriecontainer sowie alle 13 Umrichtercontainer an Ort und Stelle. Nousch erläutert mir die weitere Zeitschiene. „Ende April planen wir in den Erprobungsbetrieb zu starten. Dann sind wir bereits mit dem Stromnetz gekoppelt und werden die Anlage immer wieder testen, bis wir im Juli endgültig den Dauerbetrieb aufnehmen.“

Die Batteriemodule werden montiert und alles für den Betrieb vorbereitet, Foto: Andreas Franke für LEAG

Baustein für die Zukunft

Nach dem Auspacken wird nochmal geprüft, dann geht es für die Module weiter zum Einbau, Foto: LEAG

Bis dahin ist wieder ein gutes Stück geschafft. Wir können beobachten, wie die Arbeiter auf der Baustelle frisch angelieferte Batteriemodule in die Gehäuse verbauen, die der Fachmann Racks nennt. 680 Module beherbergt am Ende ein Batteriecontainer. Mal 13. So kommen schließlich 53 Megawattstunden (MWh) nutzbare Speicherkapazität zustande, die das Stromnetz in Zukunft weiter stabilisieren und den erzeugten Strommix flexibel nutzbar machen werden. „Große Batteriespeicher sind ein Ansatzpunkt, um die steigenden Anforderungen der Stromversorgung von morgen zu meistern“, weiß Nousch. „Es ist ein Anfang. Ich bin mir sicher, wir tragen damit zur Entwicklung kommender Technologien bei.“

1/7 Das Aufstellungskonzept der BigBattery Lausitz, Grafik: LEAG
2/7 Juli 2019: Der erste Spatenstich mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, Foto: Andreas Franke für LEAG
3/7 Insgesamt werden über 100 Fundamente errichtet. Die Stellplätze der Batterie- und Umrichtercontainer sind u.a. mit rund 8.360 Meter Gleichstromkabel verbunden, Foto: Andreas Franke für LEAG
4/7 Ende September 2019: Die ersten Umrichtercontainer werden mitsamt eingebauter Anlagentechnik angeliefert. Hier erfolgt beim Aus- und Einspeichern von Strom die Umwandlung zwischen Gleichspannung (Batterien) und Wechselspannung (Netz), Foto: Andreas Franke für LEAG
5/7 Ende Oktober 2019: Der Blocktransformator wird per Schwerlasttransport von Dresden nach Schwarze Pumpe geliefert, Foto: LEAG
6/7 In dem 88 Tonnen schweren Trafo erfolgt die Umsetzung von 110 kV Netzspannung auf 20 kV Spannung des Batteriespeichers, Foto: Andreas Franke für LEAG
7/7 Im Sommer wird der Batteriespeicher dann bereit für den Dauerbetrieb sein, Foto: Andreas Franke für LEAG

Weitere Blogartikel zu diesem Thema finden Sie hier.

Mehr Infos zur BigBattery Lausitz haben wir auf www.leag.de/bigbattery und in unserem Flyer für Sie zusammengestellt.

Auch in unserem Pressebereich halten wir die dazugehörigen Meldungen für Sie bereit.

 

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Autor

Juliane Krause

Schreiben war schon immer mein Steckenpferd, auch wenn mich meine Ausbildung in der Lausitz vorerst in die Welt des Bestellwesens verschlug. Erste journalistische Gehversuche waren mir dennoch bereits in der Auszubildendenzeitung STROMeo zuteil geworden und schon damals wusste ich: Das ist mein Metier! Als Quereinsteiger habe ich dann den Sprung in die externe Kommunikation gewagt. Meine mehrjährige Erfahrung im Unternehmen LEAG hilft mir nun als Redakteurin genauso weiter, wie meine Offenheit und dieses gewisse Quantum an Neugier, das mich seit jeher antreibt. Denn wie sagte bereits einer meiner liebsten Autoren: „Die Neugier ist die mächtigste Antriebskraft im Universum, weil sie die beiden größten Bremskräfte im Universum überwinden kann: die Vernunft und die Angst.“

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